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Der Badesommer kann heiß werden

Freibäder im Oberland rüsten sich für die Saison. Es wird repariert, Neues angeschafft, Kultur geplant. Ein Kioskpächter fehlt noch.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

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Nicole Lucas hat tatsächlich darüber nachgedacht, ob es im Winter im Volksbad Neugersdorf einmal Eisbaden geben sollte. „Bisher hat sich niemand gemeldet, der bei Eiseskälte ins Wasser steigen möchte“, sagt die Inhaberin des Pavillons am Volksbad. Den Sommer über arbeitet die junge Frau seit Jahren als Bademeisterin im Volksbad. Die Einzigen, die bei Eiseskälte im Bad einmal zugange waren, sind die Kameraden der Feuerwehr Neugersdorf gewesen, die im letzten Jahr dort eine Eisrettungsübung durchgeführt haben, erinnert sich Frau Lucas. Abhängig vom Wetter soll die nächste Badesaison Mitte Mai beginnen. Bis dahin gibt es im Volksbad keine größeren Arbeiten an der Technik. Steffen Ain, Geschäftsführer der Stadtwerke Oberland, die das Volksbad betreiben, sagt, dass nur kleine Reparaturen und Instandhaltungen ausgeführt werden.

Nicole Lucas wird mit ihrem Kollegen Sebastian Pursche in der Badezeit über die Badegäste wachen. Darüber hinaus hat sie als Chefin vom Pavillon auch das gastronomische Wohl der Gäste im Blick. Am Pavillon befindet sich ein Kiosk. Dort gibt’s Imbissangebote und Getränke. An dem Kiosk will sie demnächst noch etwas umbauen, damit er attraktiver wird. Der Termin für das diesjährige Badfest steht schon: 20. bis 22. Juli. „Allerdings haben wir derzeit noch keinen Künstler für das Fest verpflichtet“, informiert sie.

Ganz anders sieht es in Oppach aus. Dort veranstalten die Männer der Oppacher Firma Schallelectronics in diesem Jahr ihr drittes Taktgefühl-Open-Air und haben dafür bereits alle Künstler vertraglich gebunden. Am 16. Juni steigt die große Partynacht im Oppacher Bad. Dabei wird für jede Generation von Musikliebhabern etwas geboten. „Auf zwei Floors gibt es elektronische Musik sowie Schlager und Partymusik“, berichtet Winfried Haase von Schall-electronics. Als Höhepunkt benennt er dabei die Ostblockschlampen, ein DJ-Duo, das in der Musikszene sehr gefragt sei. Das Oppacher Bad sei für derlei Veranstaltungen gut geeignet, sagt Winfried Haase. Wenn nachts die Wasserfläche angestrahlt wird, gebe das ein sehr stimmungsvolles Bild, meint er und hofft, dass die Veranstaltung gut angenommen wird, auch wenn sie in diesem Jahr nur eine Nacht andauert und es kein Party-Wochenende gibt. Für die Gastronomie sorgt Schallelectronics zur Party selbst – „wir erhalten für die Veranstaltung viel Unterstützung durch etliche Vereine in Oppach, was sowohl die Gastronomie als auch den Auf- und Abbau betrifft“, erklärt der Veranstalter. Der Kiosk im Bad wird auch in diesem Jahr vom Taj Mahal, einem Döner- und Pizza-Service in Oppach, betrieben. Der Pachtvertrag ist verlängert worden, berichtet Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos).

Dass der Kiosk im Freibad Ebersbach verpachtet ist, würde Andreas Köhler auch gerne sagen. Der Sachgebietsleiter Liegenschaften in der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf sucht noch immer einen Betreiber für den Kiosk im Bad. Der Pachtvertrag wird jährlich vergeben, der letzte Pächter, Ramazan Turgut, hat den Vertrag für 2018 nicht verlängert. Andreas Köhler hat mittlerweile schon bei vielen gastronomischen Einrichtungen wegen der Kioskbetreibung vorgesprochen. Aber er war bislang nicht erfolgreich. Dennoch hofft er, dass es auch in dieser Freibadsaison in Ebersbach einen Kiosk mit Getränke- und Imbissangebot geben wird.

Das Bad-Team geht an die Vorbereitung der Badesaison, sobald es das Wetter zulässt. Dann wird unter anderem ein neues Sprungbrett am Wasserbecken montiert. Für sauberes Wasser sorgt ab dieser Saison ein Bodenstaubsauger. „Der wird auf den Boden des Beckens abgelassen und er saugt von dort den Schmutz weg, der sich mit der Zeit dort ablagert“, erläutert der Sachgebietsleiter. Der Sauger ist eine Investition, die einen fünfstelligen Betrag gekostet hat. Damit sich diese Investition bald rentiert, hofft Andreas Köhler auf einen heißen, langen Sommer mit sehr vielen Badegästen.

Im Wald- und Erlebnisbad Neusalza-Spremberg werden bis Saisonstart die nötigen technischen Reparaturen ausgeführt und die Anlagen instand gehalten. Wege werden hergerichtet, damit Unkraut keine Chance mehr hat und sie gut begehbar sind. Der Kiosk im Bad wird wieder an den bisherigen Pächter verpachtet, bestätigt Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU).