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Döbeln

Der Ball der Schönen und Reichen

In der Oper Centrillon verlieben sich zwei Außenseiter – Aschenputtel und der Prinz. Wahre Liebe in einer Welt der Oberflächlichkeit.

Der Prinz sitzt gelangweilt auf dem Boden, während die Prinzessinnen an ihm vorbeiflanieren. Die Probe im Theater fand noch ohne Kostüme, Maske und Licht statt, aber in der Kulisse, die Ulv Jakobsen entworfen hat.
Der Prinz sitzt gelangweilt auf dem Boden, während die Prinzessinnen an ihm vorbeiflanieren. Die Probe im Theater fand noch ohne Kostüme, Maske und Licht statt, aber in der Kulisse, die Ulv Jakobsen entworfen hat. © Jens Hoyer

Döbeln. Für eine große Oper ist das Döbelner Theater fast schon zu klein. Sänger, Chor, Ballett auf einer Bühne. Dazu noch ein großes Orchester im Graben. Mit „Centrillon“ hat das Mittelsächsische Theater einen populären Stoff aufgegriffen. Es ist die französische Variante des Aschenputtels. 

Ein Stoff, um den auf der ganzen Welt Geschichten und Märchen gestrickt wurden. Armes Mädchen führt ein Schattendasein und wird von ihrem Prinzen gefunden als Belohnung fürs Gut- und Schönsein. 

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So formuliert es Regisseurin Judica Semler. Das Mittelsächsische Theater hat die Oper jetzt dem Publikum bei einer Soiree vorgestellt. Und zwar in einer ungewöhnlichen Form. Die Gäste durften bei einer Probe dabei sein. Zum ersten Mal probten Sänger und Orchester gemeinsam – noch ohne Kostüme, Masken, Beleuchtung.

Aschenputtel – in diesem Falle das Mädchen Lucette – schläft in Jules Massenets Oper nicht in der Asche am Herd und sie muss auch nicht hart arbeiten. „Aber sie gehört auch nicht dazu. Es gibt eine gesellschaftliche Hierarchie, in der sie und ihr Vater tiefer stehen“, sagte GMD Raoul Grüneis, der die musikalische Leitung hat. 

„Ihre Schwestern sind attraktiv und wissen, dass Schönheit Macht sein kann. Aschenputtel muss nicht ständig mit dem Hintern wackeln und sie kommt auch mit ihrem Outfit nicht hinterher“, sagte Grüneis. Auf dem Ball erscheint sie in einem eher merkwürdigen Aufzug. Gleichwohl, der Prinz, der auch nichts von Äußerlichkeiten hält, verliebt sich in sie. 

Da haben sich zwei Seelenverwandte gefunden. In einer Traumszene im Wald sehen sie sich wieder, ohne sich wirklich zu finden. Also lädt der Prinz die Schönen des Reiches zur Schuhprobe ein.

In einem weicht die Mittelsächsische Inszenierung von der Originalfassung ab. Massenet hatte seinen Prinzen als eine Kunstfigur entworfen. Die Rolle wurde von einer Frau gesungen, sagte Grüneis. 

In der vorliegenden Inszenierung übernimmt der Tenor Johannes Pietzonka diese Rolle – so gar nicht androgyn mit Vollbart. Das Aschenputtel wird von Dimitra Kalaitzi-Tilikidou gesungen.

Centrillon, Premiere am 19. Oktober, 19.30 Uhr.