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Der Beste bleibt

Lars Hamann wirft den Speer weiter beim DSC – und nutzt dabei ein neues Trainingsmittel.

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© Robert Michael

Von Maik Schwert

Ein ums andere Mal schleudert er den Speer mit Aufsatz gegen das Wurfnetz und schreit dabei in der Trainingshalle des Dresdner SC viel leiser als bei Wettkämpfen. Immer wieder läuft Lars Hamann an, macht noch einige Schritte mehr, bis er die halbe Gerade nutzt. Der Meißener übt nicht nur. Er posiert auch. 15 Minuten dauert es, bis den Fotografen die Motive genügen. Es ist eine Menge los an diesem Montag in der Arena. Außer Hamann trainieren noch Beachvolleyballer und Hochspringer.

Doch im Blickpunkt steht der Speerwerfer. „Der Leuchtturm“, wie Gerd Töpfer ihn nennt. Wahlweise bezeichnet der DSC-Leichtathletik-Boss Hamann auch als „Zugpferd“. „Es ist außerordentlich wichtig für uns, dass Lars bleibt“, sagt er. Hamann ist der beste Leichtathlet des Klubs. „Er bestreitet nicht nur Wettkämpfe, sondern bringt sich auch ein, hat ein Konzept erarbeitet, wie wir Sponsoren finden. Die finanzielle Lage ist nicht einfach.“

Heraus kam ein Engagement der Sparkasse über fünf Jahre. Davon profitiert in der neuen Saison vom 1. Dezember bis zum 30. November 2017 auch Hamann. Das Geld spielte bei seinem Entschluss, zu bleiben, nur eine untergeordnete Rolle. „Ich habe in Dresden klasse Bedingungen“, sagt er. Das Wurfnetz sei ein wichtiges neues Trainingsmittel. Da kann der 27-Jährige im Winterhalbjahr nach Krafteinheiten in der Wärme viel besser üben als draußen. Für Dresden spricht auch, dass „sie das Heinz-Steyer-Stadion derzeit aufpeppen“.

Dazu kommt die soziale Komponente. „Ich habe mit Katharina Wünsche eine wunderbare Trainerin, die mich seit vielen Jahren kennt und weiß, wie es mir geht, sobald sie mich sieht.“ Zudem ist Hamann auch nicht allein. In seiner Gruppe sind zwar alle jünger als er. Das stört ihn aber nicht. „Es motiviert mich. Ich kann ihnen zeigen, was sie mit hartem Training schaffen können“, sagt der Teilnehmer an Europa- und Weltmeisterschaften, der die Olympia-Norm geschafft, Rio aber verpasst hat, weil es drei bessere Deutsche gab, von denen Thomas Röhler Gold gewann.

Mit Blick auf den nächsten Sommer geht er andere Wege, ohne die kleinen Änderungen zu verraten. „Wir wollen neue Spitzen setzen.“ So arbeitet Hamann mit Turnern zusammen. „Ich übe die Riesenfelge. Das schult die Koordination.“ Auch den Gewichthebern bleibt er treu. Hamann trainiert mit ihnen und unterstützt sie bei Wettbewerben. „Das bauen wir in unser Programm ein“, sagt Wünsche.

Ihr Schützling formuliert seine Ziele klar und deutlich. Hamanns Bestmarke beträgt 85,79 Meter. 2017 möchte er den ersten Wurf über 86 Meter raushauen, zu den besten drei Deutschen gehören und bei der WM im August in London starten. Außerdem will Hamann sich mit den Stärksten der Welt bei den bedeutendsten Meetings messen und vergleichen können. Die Diamond League zählt für ihn unbedingt dazu,