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Der Blitzer ohne Gehirn

Der einzige stationäre Blitzer in Freital funktioniert manchmal nicht, weil auch sein mobiler Kollege scharfe Fotos schießen soll.

© Andreas Weihs

Von Tobias Winzer

Freital. Was ist die Aufgabe eines Blitzers? Er soll zuverlässig die Geschwindigkeit der vorbeikommenden Autos und Lkw messen und dann ein Foto schießen, wenn zu schnell gefahren wird. Letztlich führt das zu mehr Sicherheit an und auf der Straße, so die Idee. Doch in Freital scheitert das manchmal an der dafür nötigen Technik. Wie jetzt bekannt wurde, ist der einzige stationäre Blitzer der Stadt an der Kesselsdorfer Straße häufiger nicht funktionstüchtig, weil ihm mit Absicht das Innenleben geraubt wird.

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Das hängt mit dem einzigen mobilen Blitzer der Stadt Freital zusammen. Denn dieser wiederum funktioniert nur, wenn die Technik aus dem stationären Blitzer ausgebaut und in den mobilen Blitzer eingebaut wird. Das heißt: Immer dann, wenn die Stadt die mobile Anlage im Einsatz hat, kann an der Kesselsdorfer Straße theoretisch straffrei gerast werden. Wie die Stadt zuletzt mitteilte, wurde die mobile Messanlage 2016 an 53 Tagen eingesetzt. Im ersten Halbjahr 2017 wurde die mobile Geschwindigkeitsmessanlage 32-mal aufgebaut.

Die Stadt verweist auf die Kosten. Mit der Lösung komme man günstiger als wenn man für beide Geräte jeweils die Komplettechnik vorhalte. Damit lässt sich die Technik flexibler und je nach Bedarf einsetzen, ohne unbedingt zwei komplette Systeme kaufen zu müssen. Dass nicht jeder Blitzer zu jeder Zeit mit Technik bestückt sei, sei außerdem Praxis in vielen Gemeinden, nicht nur in Freital.

Trotzdem soll sich an dem bisherigen Prozedere bald etwas ändern – unter anderem auch, weil der ständige Aus- und Einbau der Technik in den stationären Blitzer der Anlage insgesamt nicht guttut.

Mit dem Haushalt hat der Stadt zu Jahresbeginn auch die Anschaffung eines neuen mobilen Blitzers beschlossen. Theoretisch könnte die Stadt dann dauerhaft mit einer mobilen und einer stationären Anlage blitzen oder bei Ausbau der Technik aus der stationären Anlage auch mit zwei mobilen Geräten aktiv werden. Mit welcher Taktik die Stadt vorgehen will, steht aber derzeit noch nicht fest.

Offen ist auch, wann der neue mobile Blitzer erstmals zum Einsatz kommen kann. Denn noch ist er nicht gekauft und in Betrieb genommen. Wann das sein soll, kann die Stadt noch nicht sagen.