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Der Deutsch-Test ist das Hindernis

Sportlich steht Bruno Massot außer Frage. Dennoch muss der Franzose um den Olympia-Start als deutscher Paarläufer bangen.

© dpa

Von Andreas Frank

Die Sprünge funktionieren, und auch die Hebungen gehen Bruno Massot geradezu spielerisch leicht von der Hand. Sportlich läuft es also beim Franzosen. Große Probleme bereitet dem Partner der fünfmaligen Paarlauf-Weltmeisterin Aljona Savchenko jedoch die deutsche Sprache. Zweimal ist der 28-Jährige bereits durch den Einbürgerungstest gefallen.

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Diese Ungewissheit nagt auch an seinem Trainer Alexander König. „Es ist alles noch in der Schwebe, der Antrag auf einen deutschen Pass liegt immer noch bei den Behörden“, sagt der Trainer vor dem Start seiner Schützlinge in den olympischen Winter bei der Nebelhorn-Trophy am Donnerstag und Freitag in Oberstdorf.

Die Krux: Anders als bei Welt- und Europameisterschaften müssen bei Olympia die Paarläufer eine gemeinsame Staatsbürgerschaft vorweisen können. Den Sprachtest hat Massot zwar problemlos bestanden, die schriftliche Prüfung hingegen bereitet ihm Kopfzerbrechen. „Es ist so schwierig für mich, einen deutschen Test zu verstehen“, sagte der Vize-Weltmeister, der bereits einen dritten Anlauf gestartet und sich auch für eine vierte Prüfung angemeldet hat.

Beim Start in die Olympia-Saison am Fuße des Nebelhorns ist die Konzentration der Vize-Europameister nun aber auf den ersten Wettkampf gerichtet, wo sie unter anderem auf die russischen Europameister Jewgenia Tarasova und Wladimir Morozow treffen. Die neuen Programme stehen dabei erstmals vor Publikum auf dem Prüfstand. Und sie sollen die Zuschauer und natürlich auch die Preisrichter von der ersten Sekunde an faszinieren. „Die Kür ist die beste meiner Karriere. So ein Programm hat noch nie jemand im Paarlauf gesehen“, sagt Savchenko. Mutige Worte der mittlerweile 33-Jährigen, immerhin steht die gebürtige Ukrainerin vor ihrer fünften Olympia-Teilnahme.

Choreographiert hat die Kür der britische Eistanzheld Christopher Dean, der mit dem Bolero an der Seite seiner Partnerin Jayne Torvill bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo Sportgeschichte schrieb. „Wir wollen den Eindruck erwecken, ein Eistanzpaar zu sein, das Paarlauf-Elemente macht“, erläutert Masson. (sid)