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Der Dreck muss weg

Das Ordnungsamt entdeckt immer wieder Unrat, Schmutz, Kot und Kippen. Warum es dieses Jahr trotzdem keinen Aufruf zum Frühjahrsputz gibt.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Jörg Richter

Großenhain. Wenn Marcel Messerschmidt vom Großenhainer Ordnungsamt durch die Straßen der Innenstadt geht, sieht er das, was normale Passanten meist ignorieren: Dreck, viel Dreck. Wer sich die Mühe macht, nach unten zu sehen und darauf zu achten, kann den Unrat entlang der Bürgersteige erblicken.

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Dreckecken in Großenhain

Messerschmidt bleibt immer wieder stehen und zeigt auf Stellen, die schmutzig sind. Zum Beispiel die Baumscheiben entlang des Frauenmarktes. Dort liegen jede Menge Kippen. „Sie aus dem Splitt herauszufischen, ist mühsam“, sagt er. Zwar gebe es die Idee, die Zigarettenstummel per Staubsauger zu entsorgen. Doch eigentlich sei das nicht Aufgabe der Stadt.

„Unser Bauhof kann nicht alles leisten“, sagt Ordnungsamtsleiter Matthias Schmieder. Die Hausbesitzer seien verpflichtet, ihrer Reinigungspflicht nachzukommen. Sie ist in der Anliegersatzung der Stadt Großenhain verankert. Danach sind die Gehwege vor dem Grundstück in einer Breite von maximal 2,50 Metern zu säubern. Dies schließt auch das Schnittgerinne mit ein. Letztere, so glauben viele, sei Aufgabe des Bauhofs und würde mit der Straßenkehrmaschine gereinigt. Aber sie kommt mit ihren Besen nicht überall hin und auch nur aller paar Wochen zum Einsatz, so Schmieder. Und auch nur dann, wenn sich alle an eintägigen Halteverbote halten. Wer erwischt wird, wie er Müll auf Straße, Fußweg oder Grünfläche schmeißt, muss mit einem Verwarngeld von bis zu 35 Euro rechnen. Doch meistens belassen es die Ordnungsamtsmitarbeiter bei einer Ermahnung.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Sie haben aber beobachtet, dass nicht nur Jugendliche die Kippen wegwerfen. „Auch Ladenmitarbeiter, die vor der Tür stehen und rauchen, sollen sich ruhig angesprochen fühlen“, sagt Schmieder. Allerdings wolle er auch nicht mit dem erhobenen Finger von Haus zu Haus gehen. Ihm liegt viel daran, dass die Großenhainer selbst auf Sauberkeit in ihrer Stadt achten.

„Erfreulicherweise sind die ganz großen Dreckecken verschwunden“, schätzt Schmieder ein. Der Schnee habe vieles verdeckt. Nachdem er geschmolzen war, kam der Schmutz umso deutlicher zum Vorschein. Zum Glück seien viele Großenhainer in den letzten zwei Wochen schon fleißig gewesen. Aber es gibt immer noch genug zu tun, wie die Fotos oben beweisen.

Trotzdem wird es den offiziellen Frühjahrsputz, zu dem die Stadtverwaltung bisher jedes Jahr aufrief, diesmal nicht geben. „Da standen wir meistens mit unseren Leuten aus dem Rathaus und vom Bauhof allein da“, sagt Schmieder. „Dabei wird uns Deutschen ja nachgesagt, besonders ordnungsliebend zu sein.“ Aber wahrscheinlich nicht auf Kommando. Deshalb hofft Schmieder auf die Eigeninitiative der Großenhainer. „Wir wollen ja alle eine saubere Stadt, da müssen wir alle drauf achten“, so der oberste Ordnungshüter der Röderstadt. Immerhin stehe der Frühling vor der Tür, und da soll sich Großenhain von seiner schönsten Seite zeigen. Ganz nach dem Motto: „Einer jeder kehrt vor seiner Tür, und reinlich ist das Wohnquartier.“

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