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Pirna

Der Elch im Gemüseladen

SZ-Adventskalender: Erzählt wird in Türchen 5 die Geschichte von einem Elch, der offenbar gesunden Appetit hatte.

Am 5. Dezember, um 17 Uhr, begrüßt der Weihnachtsmann auf der Bühne des Canalettomarktes Leonor Jung als jungen Elch.
Am 5. Dezember, um 17 Uhr, begrüßt der Weihnachtsmann auf der Bühne des Canalettomarktes Leonor Jung als jungen Elch. © Marko Förster

Mein Nachbar langweilte sich etwas. Es kam wieder mal nichts im Fernsehen und draußen war es verdammt kalt. Er sah aus dem Fenster und wartete, ob etwas passiert, aber es passierte nichts. Oder doch?

Draußen vor dem Fenster hörte er laute Geräusche. Was war das? Erst vernahm er ein Klirren, dann Getrappel und später ein kräftiges Schmatzen. Sehr merkwürdig, dachte er. Er würde wohl nachsehen müssen. Also zog er seine Jacke an, stieg in die Stiefel, legte seinen Schal um und setzte seine Mütze auf. Er stieg die Treppen hinunter, trat aus der Tür – und da sah er es.

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Nur ein paar Meter weiter in dem Gemüseladen hatte jemand die Scheibe zerschlagen. Es wird doch immer verrückter, dachte mein Nachbar. Erst steigt jemand in Dresden ins Grüne Gewölbe ein und jetzt klaut hier einer Äpfel und Nüsse. Vorsichtig näherte er sich dem Laden und traute seinen Augen nicht. Wer stand da zwischen den Regalen? Da stand, es war unfassbar, tatsächlich ein Elch. Er fraß aus einer Kiste grünen Salat. Meinem Nachbarn stand der Mund so weit offen, dass zwei Fliegen zwischen seine Zähne hätten fliegen können, wenn im Winter Fliegen fliegen würden.

Mein Nachbar griff zum Handy und rief die Polizei an: „Hallo, hallo, hier is ä Elch im Gemüseladen.“ Der Beamte musste offenbar lachen, denn mein Nachbar meinte, dass es da nichts zu lachen geben würde, denn das Schwedenpferd würde den ganzen Salat vertilgen. Nach wenigen Minuten hielt ein Polizeiwagen vor dem Laden, zwei Polizisten und ein Tierarzt stiegen aus. Der meinte, dass Elche in der Gegend gar nicht so selten seien. Vor ein paar Monaten habe der Tierarzt in Dresden aus der Kantine einer Fabrik so einen Vierbeiner heraus locken müssen. Und vor wenigen Wochen sei ihm auf der Autobahn ein Elch begegnet. „Kurz vor Weihnachten wollen die auch mal was Leckeres zwischen den Zähnen haben“, sagte der Mediziner. Er ging in den Laden, hielt dem tierischen Schweden eine Möhre vors Maul und verhandelte mit ihm.

Plötzlich stieg ein Kind aus dem Polizeiauto. Es hatte sich als Elch verkleidet und lachte. Der richtige Elch schien auch zu lachen, denn das Kind gefiel ihm. Er verließ den Gemüseladen, rülpste laut und stapfte zurück in den Wald. Jetzt lachten auch der Arzt, die Polizisten und mein Nachbar. „Fröhlichen Advent“, rief er und ging wieder in seine Wohnung.

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