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Dippoldiswalde

Er bringt digitales Wohnen ins Gebirge

Thomas Knauer ist Elektromeister in Dipps. Auf der Berufsmesse in Schmiedeberg stellt er etwas Außergewöhnliches aus. 

Thomas Knauer ist Obermeister der Elektroinnung Weißeritzkreis. Er führt einen Handwerksbetrieb, macht sich aber auch Gedanken um den Berufsnachwuchs. © K.-L.Oberthür

Thomas Knauer ist Elektromeister und ein besonderer Meister. Seine Kollegen aus der Innung im Weißeritzkreis haben den 43-Jährigen 2016 zum Obermeister gewählt. Da er den Beruf mit Leib und Seele macht, will er auch den Nachwuchs heranführen an alles, was mit der Elektrotechnik möglich ist. Dafür hat er einen virtuellen Raum organisiert, der am Mittwoch auf der Berufsmesse in Schmiedeberg gezeigt wird. „Ich muss den mit einem Hänger aus der Nähe vom Rennsteig holen“, sagt er.

Dann besteht der Raum eigentlich nur aus einigen Stangen, die es aber in sich haben. Sie bilden ein Quadrat von vier mal vier Meter. Wer das betritt, bekommt eine Brille aufgesetzt und hat den Eindruck, dass er in ein zweigeschossiges Wohnhaus geht, obwohl er nur im Keller der Oberschule Schmiedeberg im Werkraum unterwegs ist. Auf der Brille wird dann alles gezeigt, was ein modernes „Smart Home“ zu bieten hat. Wer da beispielsweise morgens in den Spiegel guckt, bekommt zugleich auch noch aktuelle Informationen angezeigt und erfährt, wie das Wetter den Tag über wird. Der Kühlschrank informiert über den aktuellen Inhalt. So weiß der Inhaber sofort, was er am Tag noch einkaufen muss. Das ist alles sehr realitätsnah, obwohl die Besucher es nur auf der Virtual-Reality-Brille sehen. Ein Monitor stellt daneben dar, was die Brille gerade zeigt. Diesen Messestand stellt der Fachverband Elektro Sachsen-Thüringen bereit. „Damit zeigen wir den Jugendlichen, womit wir Elektriker in unserem Arbeitsalltag alles zu tun haben“, sagt Knauer.

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Der Innungsobermeister war schon im vergangenen Jahr auf der Berufsmesse in Schmiedeberg und hat dort eine Menge Gespräche geführt. „Allerdings haben oft die Eltern gesprochen, und das Kind stand still dabei. Das hat mir nicht so gefallen. Die Eltern könnten ihre Kinder ruhig etwas mehr fordern“, sagt Knauer. Denn wenn es ernst wird, sie zum Praktikum kommen oder eine Lehre beginnen, müssen sie auch selbst ihren Mann oder ihre Frau stehen. Dazu will Knauer sie ermutigen. Auch Sandra Dietrich.

Sie ist Praxisberaterin an der Oberschule Schmiedeberg und wesentlich für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich. Sie sagt: „Die Messe ist eine Chance, Firmen anzusprechen, beispielsweise, ob sie im Juli Schüler für den Aktionstag ,Genial sozial‘ nehmen. So etwas kann der erste Einstieg in eine Ausbildung sein.“

Die drei Oberschulen Dippoldiswalde, Geising und Schmiedeberg organisieren die Messe zusammen mit dem Förderverein für die Oberschule Schmiedeberg. Finanziert wird sie über Beiträge, welche die Aussteller bezahlen, und Sponsoren.

Im vergangenen Jahr waren die Organisatoren noch etwas vorsichtig. Sie haben die Messe parallel zum Elternsprechtag gelegt, damit eine gewisse Anzahl von Besuchern garantiert wurde. Aber das war nicht nötig. Es herrschte dichtes Gedränge.


Auf der Messe ist ein virtueller Rundgang zu erleben. © Oberthür

Dieses Jahr gehen sie mutiger heran und vertrauen darauf, dass die Berufsmesse allein zugkräftig ist. Weil kein Elternsprechtag ist, haben sie mehr Platz in der Schule. Auch der Schulhof wird als Ausstellungsfläche genutzt, wo beispielsweise die Sadisdorfer Agrar AG einen Traktor hinstellen wird. Das Spektrum der Aussteller zeigt die gesamte Wirtschaft im Osterzgebirge. Die Sparkasse informiert ebenso wie Pflegeeinrichtungen, Industriebetriebe sind ebenso vertreten wie das Handwerk, Gastronomie, Handelsketten und Weiterbildungseinrichtungen. Knapp 60 Aussteller sind bisher gemeldet. „Wenn jemand spontan noch mitmachen will, finden wir auch noch ein Plätzchen“, sagt Sandra Dietrich. Gegenüber dem vergangenen Jahr sind es fast zehn Aussteller mehr.

Thomas Knauer schätzt aber den übersichtlichen Rahmen der Messe in Schmiedeberg. „Wenn es zu viel wird, geht ein einzelner Stand in der Menge unter“, sagt er. In Schmiedeberg erwartet er, dass er und seine Kollegen interessante Gespräche führen können.

Denn seinen Beruf liebt er. Er hat ihn von seinem Vater gelernt. Der war selbstständiger Elektriker in Freital. Er ist dann nach Dippoldiswalde umgezogen und führt hier einen Betrieb mit zwei Mitarbeitern. Er ist auf die Installation von Häusern spezialisiert. An seinem Beruf schätzt er besonders, dass er so abwechslungsreich und anspruchsvoll ist. „Man muss hier immer mit dem Kopf bei der Sache sein und darf sich nicht unter Stress setzen, denn dann passieren Fehler“, sagt Knauer. Nun hofft er, dass er junge Leute am Mittwoch für sein Handwerk interessieren kann.

Berufsmesse in der Oberschule Schmiedeberg, Mittwoch, 10. April, 14.30 bis 18 Uhr.

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