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Der erste Bürgermeister-Kandidat

Carsten Hahn stellt sich zur Wahl, als Nachfolger von Gerold Mann. Eins seiner Themen: ein attraktiveres Landleben.

Carsten Hahn ist der erste Bürgermeisterkandidat in Klipphausen, der sich am 1. September zur Wahl stellt. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Er ist der erste Kandidat, der sich zur Wahl des Bürgermeisters in Klipphausen stellt: Carsten Hahn (CDU). Der gebürtige Hesse hat Sachsen das erste Mal als Bundeswehr-Offizier kennengelernt. 2002 war er während der Hochwasser-Katastrophe in Meißen im Einsatz. „Mich haben die Mentalität, der Zusammenhalt und die Freundlichkeit der Sachsen beeindruckt“, sagt der heute 39-Jährige.

Seit 2009 lebt der zweifache Familienvater in der Gemeinde, zuerst in Sora, jetzt im Ortsteil Klipphausen. „Wir haben uns sofort hier wohlgefühlt, es ist unsere Heimat geworden.“ Hahn liebt das Leben auf dem Land, ist selbst auch so aufgewachsen.

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Nach zwölf Jahren Bundeswehr entschied sich Hahn aus privaten Gründen für eine zivile Laufbahn. „Ein Familienleben mit ständigem Ortswechsel ist sehr schwierig“, begründet er seine Entscheidung. Es folgte eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt an der Meißner Verwaltungsfachhochschule. Bis heute arbeitet er in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden. Zunächst drei Jahre im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement.

Danach wechselte er in die Ressortkoordinierung. Damit haben seine jetzigen Aufgaben mehr mit Verwaltungsaufgaben zu tun als vorher, sagt Hahn. Doch nun sei es an der Zeit, wieder mehr Verantwortung zu übernehmen, begründet er seine Kandidatur zum Bürgermeister. „Als junger Offizier ging es ganz schnell, dass man mehr Verantwortung übernehmen musste. Ich hatte in jungen Jahren, Anfang 20, schon große Personalverantwortung.“

Der Anstoß, über eine Kandidatur nachzudenken, kam jedoch von anderen. „Ich wurde von verschiedenen Leuten angesprochen, auch von Nachbarn.“ Die Idee hat Hahn gefallen: „Klipphausen hat unfassbar viel Potenzial. Es ist eine tolle Gemeinde, die im sachsenweiten Vergleich mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren auch recht jung ist und modern.“

Politisch interessiert sei Hahn aber schon seit seiner Abiturzeit gewesen. Seit 2011 ist er CDU-Mitglied. Eher sei es aufgrund der Umzüge alle zwei bis drei Jahre schwierig gewesen, sich neben der Arbeit zu engagieren.

Vor Bürgermeister Gerold Mann (parteilos), der in den Ruhestand wechselt, hat Hahn größten Respekt. „Mit seinen Leistungen für die Gemeinde ist er auch überregional bekannt geworden“, sagt Hahn anerkennend. „Die größten Projekte wie Erweiterung des Gewerbegebietes, Schulneubau oder Breitbandausbau sind ja bereits in Gang gebracht worden.“ Jetzt heiße es noch, diese gut zu Ende zu bringen.

Auch sei Hahn eine moderne und bürgernahe Verwaltung wichtig. Sie soll fit für die Zukunft und schnell sein, gerade auch, wenn es um Anträge für Fördermittel geht. „Eine Verwaltung, die zuverlässig, rechtssicher und schnell arbeitet, ist auch ein Standortvorteil bei verschiedenen Angelegenheiten. Das ist meine Erfahrung aus der Staatsverwaltung.“ Beispielsweise bei der Beantragung von Fördermitteln, um das Leben auf dem Land attraktiver zu machen.

Seiner Meinung nach sei das große Thema in der Gemeinde: mehr Zuzug, mehr Gewerbeansiedlung, aber nicht zu Lasten des dörflichen Charakters. „Das ist, glaube ich, derzeit der größte Spannungsbogen in der Gemeinde.“ Er möchte alte Dorfzentren wieder attraktiv gestalten. Zum Beispiel mit einem kleinen Einkaufsladen – mit Fördergeldern sei dies möglich. Auch die Verbesserung der Mobilität, gerade für Kinder und Jugendliche sei ein wichtiges Thema. Oder bessere Freizeitangebote für ältere Kinder. „Für kleinere gibt es viele schöne Spielplätze, für ältere nicht mehr.“ So könne er sich Skaterbahnen oder den Ausbau von Jugendclubs vorstellen. Dabei ist ihm bewusst, dass auch eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss. „Das alles sind wilde Ideen, ich weiß“, sagt Carsten Hahn lachend. Aber ihm sei die Verbesserung des Lebens auf dem Land sehr wichtig.

Bürgernahe Verwaltung bedeute für Hahn auch, beispielsweise ein mobiles Bürgerbüro einzurichten, was in die Ortschaften kommt, da die Anfahrt nach Klipphausen für viele sehr weit ist.

Noch gibt es offiziell keinen weiteren Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Aber Carsten Hahn stelle sich einer Herausforderung gern, „die Bürger sollen ja auch die Wahl haben.“

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