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Der erste Schnee ist da

Schneeproduktion für den Ski-Weltcup in einer Halle auf dem Flughafengelände. © Jürgen Lösel

Mit einem größeren Depot am Flughafen soll der Skiweltcup in Dresden rechtzeitig abgesichert werden.

Der Winter kommt durch ein Rohr. Der Flughafen Klotzsche ist nicht unbedingt das Tor zur Welt, aber zum Schnee. Im Seitenterminal läuft seit Mittwoch die Produktion für die zweite Auflage des Ski-Weltcups am 12./13. Januar am Dresdner Elbufer. Snowfactory, also Schneefabrik, steht auf den beiden Containern, in denen der Maschinenschnee in den nächsten Wochen Tag und Nacht hergestellt wird. Unabhängig von den Außentemperaturen.

Der Schnee wird komplett ohne Chemikalien produziert. Das Wasser dafür kommt aus dem Sammelbecken vom Dach des Flughafens. Ab dem 10. Januar sollen die ersten LKW-Transporte Richtung Königsufer rollen. Der Kunstschnee wird später auf den Elbwiesen abschmelzen.

Bei der Premiere im Januar hatten die Organisatoren eher das Problem, dass sie nicht ausreichend produziert hatten, dazu Tauwetter einsetzte und deshalb zusätzliche Transportfahrten aus Zinnwald nötig waren. Der knapp kalkulierte Schnee war einer der wenigen Kritikpunkte des Internationalen Skiverbandes. Darauf haben die Dresdner aber reagiert und legen in diesem Winter ein größeres Depot an. „Wir haben genug Puffer. Die Maschinen und die Möglichkeiten, die wir hier jetzt haben, reichen aus, um den Weltcup abzusichern“, verspricht Organisator Rene Kindermann – selbst, wenn es bis dahin nicht schneien sollte. Die Schneeproduktion wird diesmal sogar rund um die Uhr abwechselnd von zwei Mitarbeitern überwacht, damit im Störfall reagiert werden kann.

Die Organisatoren: René Kindermann (l.) und Torsten Püschel. © Jürgen Lösel

Insgesamt 4 000 Kubikmeter der weißen Pracht sollen bis Anfang Januar am Flughafen hergestellt werden. Damit könnte man zwei 50-Meter-Schwimmbecken füllen. Die Strecke am Elbufer ist mit 800 Metern deutlich kürzer als im vergangenen Jahr, dadurch sehen die Zuschauer die Athleten auch öfter.

Die Premiere des Citysprints in Dresden kam bei den Mannschaften gut an. Schon mehr als 20 Nationen haben für die Neuauflage gemeldet, darunter auch China, wo 2022 die nächsten Winterspiele ausgetragen werden. „Die Norweger haben sich an ihr Versprechen gehalten. Sie meinten: Ihr Dresdner besorgt mehr Schnee, und wir bringen mehr Leute mit“, erzählt Kindermann. Mit einem 40-köpfigen Team und ihrem zweistöckigen Riesentruck kommen die Norweger nach Sachsen.

So sieht in diesem Jahr die Strecke aus

Die Strecke am Elbufer ist mit 800 Metern deutlich kürzer als im vergangenen Jahr, dadurch sehen die Zuschauer die Athleten auch öfter. © Ski Weltcup Dresden

Der Weltcup in Dresden, der bis 2022 im internationalen Ski-Kalender steht, hält an seinem besonderen Konzept fest. „Wir produzieren Schnee nicht nur für zwei, sondern zehn Tage“, erklärt Kindermann. Wie im Vorjahr schließt sich an die Weltcuptage die Schulsportwoche unter der Leitung von Langlauf-Olympiasieger Tobias Angerer an. „Wir wollen Werbung für den Sport machen und die Kinder für Langlauf begeistern. Das ist auch die einzige Chance für den Leistungssport, um mehr Talente zu entdecken. Das Wachstum der Skiverbände kommt nur über die Großstädte“, sagt der bekannte Fernsehmoderator.

Den Organisatoren fehlt es nicht an neuen Ideen. Am 17. Januar gibt es den Brettl-Cup, der erste Firmenlauf auf Ski. 100 Staffeln können sich mit je vier Teilnehmern dafür anmelden. Aber auch Weltcup-Ticketinhaber haben die Möglichkeit am Sonntag im Anschluss an die Rennen auf der Originalstrecke Ski zu fahren und sich in einem Fernduell mit den Sprintsiegern zu messen.