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Der erste Storch ist zurück

Seit 2014 bewohnt er das Nest auf dem roten Schornstein in Radibor. Nun wartet er auf seine Gefährtin. Die stammt aus der Nachbarschaft.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Radibor. Nein, in diesem Jahr ist es nicht der Storch mit dem grünen Ring, der als erster Storch sein Nest im Weißenberger Ortsteil Nostitz angeflogen hat. Dieses Mal ist es der Radiborer Storch auf dem roten Schornstein Richtung Brohna.

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Aus Brohna kommt übrigens auch seine Partnerin, die er dort sozusagen „abgeworben“ hat. Beobachtet hat das Andreas Baumgärtel. Der Storchenfreund kümmert sich seit Jahren um die Störche, bekommt auch von anderen Vogelfreunden mitgeteilt, wenn wieder etwas passiert. So hat ihm sein Nachbar Benno Knobloch davon erzählt, dass in Radibor das Nest besetzt ist. Der Storch ist 2009 in Rochlitz geschlüpft und wurde dort beringt. Seine Besonderheit ist ein gebogener Schnabel. Nach Radibor kommt er seit 2014. Und er zieht im Herbst nur bis nach Spanien. Doch Andreas Baumgärtel kann noch mehr erzählen. „Seitdem Futtermangel herrscht, ist der Radiborer Storch öfter in Brohna“, sagt er. Dort verbeißt er die sich dort ansiedelnden Störche. „Früher hatte jedes Paar sein Revier. Da kamen die Radiborer nicht über den Bahndamm hinaus“, sagt Andreas Baumgärtel. Nun hoffen er und sein Nachbar darauf, dass auch nach Brohna wieder mal Störche kommen. Immerhin hat Benno Knobloch schon das Nest, das auf seiner Wiese steht, gereinigt und so ein gemütliches Zuhause geschaffen.

Bei Knobloch gibt es aber noch mehr zu sehen. Er hat im Giebel seines Hauses zwei Turmfalkennester, auch Schleiereulen haben bei Knobloch schon gebrütet und Nachwuchs aufgezogen. Und dann gibt es ja noch einen weiteren Storch, der derzeit Schlagzeilen macht. Luther, der aus Oderwitz nach Luga, einem Neschwitzer Ortsteil, umgezogen ist, wird über die derzeit nicht gerade storchenfreundliche Zeit gebracht. Mithilfe von Eintagsküken, die in der Naturschutzstation eigentlich für die Fütterung in der Greifvogelvoliere gekauft wurden, wird er nun artgerecht gefüttert und auch von Baumgärtel beobachtet.