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Weißwasser

Der erste Treffer fällt zu spät

Die Lausitzer Füchse verlieren in Bietigheim mit 4:2. Dabei hatten sie deutlich mehr vom Spiel.

Joel Keussen versucht sich beim Torabschluss. In Bietigheim spielten die Füchse gutes und engagiertes Eishockey, brachten aber den Puck nicht am gegnerischen Torwart vorbei, der einen überragenden Abend hatte.
Joel Keussen versucht sich beim Torabschluss. In Bietigheim spielten die Füchse gutes und engagiertes Eishockey, brachten aber den Puck nicht am gegnerischen Torwart vorbei, der einen überragenden Abend hatte. © Archivbild: Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben es am Sonntagabend bei den Bietigheim Steelers verpasst, näher an Platz zehn heranzurücken. Obwohl sie das Spiel über weite Strecken bestimmten und sich viele Chancen erarbeiteten, verloren sie mit 4:2 (2:0, 0:0, 2:2). Für Weißwasser trafen Jakub Kania (42.) und Jordan George (56.) im Schlussdrittel jeweils zum Anschluss, aber am Ende reichte es für die diszipliniert verteidigenden Gastgeber, bei denen Norman Hauner mit zwei Toren herausragte.

Es war ein ganz wichtiges Spiel, in dem die Füchse auf einen Punkt an die Steelers hätten heranrücken können, die vor dem Anstoß auf Platz neun standen. Das bedeutete auch, dass man im besten Falle sogar mit den Dresdner Eislöwen die Plätze tauschen und auf den begehrten Preplayoff-Platz zehn hochrutschen konnte.

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Dafür musste aber vieles zusammenpassen. Danach sah es zunächst auch aus. Die Füchse übernahmen gegen zuletzt nicht überzeugende Bietigheimer die Kontrolle und drückten die Gastgeber in der Anfangsphase zeitweise tief in das eigene Drittel. Das wichtigste fehlte aber, und das sollte lange, zu lange so bleiben: die Tore.

Breitkreuz am leeren Tor vorbei

Es war der Füchse-Goalie Mac Carruth, dem die Bietigheimer im Vorfeld des Spiels großen Respekt aussprachen. Den hatte er sich mit seinen Leistungen auch verdient. Am Sonntagabend war es aber sein Gegenüber Stephon Williams, der sich noch bessere Noten verdiente. Fabian Dietz, Clarke Breitkreuz oder Brad Ross testeten den 1,91 Meter großen US-Amerikaner im Steelers-Tor in der Anfangsphase, fanden aber keine Lücke. Dann probierte es Feodor Boiarchinov aus spitzem Winkel, vergeblich. Eine erste Überzahlgelegenheit der Füchse brachte ebenso nichts ein. Cale Kerbashian, der in seinem zweiten Auftritt im Füchsedress erneut sehr auffällig war, ging über rechts allein durch, kam aber wieder nicht an Williams vorbei. Sekunden zuvor war Bietigheim selbst das erste Mal gefährlich geworden, Matt McKnight fand in Carruth seinen Meister.

Dann musste Clarke Breitkreuz, der am Sonntag gegen seinen Bruder Brett spielte, eigentlich das 0:1 machen: Jordan George scheiterte an Williams, die Scheibe kam zum Füchsestürmer, und der schob sie am leeren Tor vorbei. Die Quittung folgte prompt. Nach einem Bully im Bietigheimer Drittel ging es schnell, Norman Hauner verzichtete auf den möglichen Querpass, sondern drosch die Scheibe selbst zur Führung in die Maschen.

„Geduldig spielen“ hatte Steelers-Coach Marc St-Jean als Devise ausgegeben, und seine Jungs erfüllten ihm den Wunsch. Bei den Bietigheimern durfte Ex-Fuchs Chris Owens wieder aufs Eis, Guillaume Leclerc mit der französischen Nationalmannschaft unterwegs war. Owens war zuletzt als überzähliger Ausländer nicht berücksichtigt worden. Auch die Füchse mussten erneut auf zwei Nationalspieler verzichten: Robert Farmer und Mike Hammond waren für Großbritannien in Sachen Olympiaqualifikation im Einsatz.

3:0 wird zurückgenommen

Auch die Füchse machten ihrem Trainer Freude, wie er nach dem Spiel bekannte. Wenn ihnen nur gelungen wäre, was Frédérik Cabana nach 18 Spielminuten gelang: ein schnörkelloses Tor. Alexander Preibisch setzte sich gegen zwei Füchseverteidiger durch, legte klug ab, und Cabana traf humorlos. Die Füchse investierten viel, aber der Treffer zeigte Wirkung. Die Dominanz des ersten Drittels konnten sie nicht mehr entwickeln. Die Gastgeber konnten zunehmend eigene Akzente setzen, es wurde ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Ob es Kerbashian oder später Breitkreuz versuchten, Williams gab sich keine Blöße und ließ die Scheibe auch nicht nach vorn prallen, um vielleicht einen Abstauber zu ermöglichen. Auf der anderen Seite lag der Puck erneut im Tor, aber Benjamin Zientek hatte dafür den Schlittschuh zu Hilfe genommen, weiter 2:0.

Irgendwie musste die Scheibe doch rein, dachte sich kurz nach Beginn des Schlussdrittels wohl Jakub Kania. Aus unmöglichem Winkel beförderte er den Puck ins Tor, der Anschluss war da und kurz darauf Kerbashian. Sein Schuss strich knapp über das Dreiangel. Breitkreuz bediente George, der schoss direkt, aber vorbei aus bester Position. Aber Bietigheim hatte noch diesen Norman Hauner. Nach einem ungenauen Pass schnappte er sich den Puck im eigenen Drittel, ließ Oliver Granz stehen, Joel Keussen kam zu spät, und es stand 3:1. Dann verhinderte Carruth das 4:1 gegen Preibisch, der damit eine Riesenchance vergab. Das konnten nicht nur die Gäste.

Weißwasser spielte trotz großer Bemühungen nicht mehr so zwingend, überstand aber immerhin eine Unterzahl und schöpfte noch einmal Hoffnung auf den Ausgleich: George setzte einen wunderbaren Distanzschuss zum 3:2 in die Maschen. Darcy Murphy hätte diesen Ausgleich nach Vorlage von Kerbashian fast erzielt, aber nur fast.

Dann nahm Füchsecoach Corey Neilson den Torwart vom Eis. Mit einem Feldspieler mehr gelang aber zwei Minuten lang keine wirklich gefährliche Aktion mehr, oft ging die Scheibe tief, die Steelers erliefen sie und versuchten ihr Glück ins leere Tor, stellten sich dabei aber auch nicht besonders clever an. Erst 30 Sekunden vor dem Ende machten sie nach einem Bullygewinn den Deckel drauf.