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Der etwas andere Weihnachtsmarkt

Schon seit 20 Jahren gibt es einen kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt in Altendorf. Seinen Anfang nahm er in einem Keller.

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© Frank Baldauf

Von Karl-Heinz Prescher

Altendorf. Manch einer mag darüber lächeln, aber in einer schnelllebigen Zeit, in der rasch ein Pflänzchen erblüht und bald wieder verschwindet, ist das schon ein Jubiläum, was man nicht vergessen sollte. Denn am 19. Dezember startet 15 Uhr der mittlerweile 20. Altendorfer Weihnachtsmarkt auf dem Hof der Familie John.

Als der erste Altendorfer Weihnachtsmarkt am 21. Dezember 1996 stattfand, gab es noch keinen Heimatverein Altendorf. Der Markt war ein Kind des Sonnenwende-Komitees, geboren jedoch in einer Bier- und Gesprächsrunde in Barthels Keller. Die Macher von damals waren Siegmar John, Hanno Franze und Frieder Seeliger.

So ist es wohl auch folgerichtig, dass der erste Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Bauhofs John stattfand. Und so ist es geblieben. Freilich ist aus dem ersten Budenzauber rund um den Pavillon im Garten hinter der Bushaltestelle nun ein richtiges „Weihnachtsmarkt-Land“ geworden, das in jedem Jahr im Advent wieder entsteht und im Verlauf des Jahres in den Händen von Siegmar John und seinen Helfern immer größer und schöner wird. Aus dem einst „Kleinsten Weihnachtsmarkt der Welt“, so das Motto damals, ist eine stattliche Stätte ohne Planen-Buden entstanden. Heute wird aus Holzhäuschen verkauft, man kann in der wohligen Atmosphäre von Backhaus und romantischer Wärmehalle sitzen und es gibt das in der Region einmalige Pyramidenkarussell.

Das Schöne daran ist, die Altendorfer sind ihrem Motto treu geblieben. Es ist kein Verkaufsmarkt geworden, sondern ein kleines, beschauliches und stimmungsvolles Kulturereignis geblieben. Der jahrelang mit Spaß betriebene Trödelstand gehört dazu. Ein bisschen stolz sind die Altendorfer auch darauf, dass es immer „lebendige“ Musik gibt, meist von den Hohnsteiner Blasmusikanten, hin und wieder den Jagdhornbläsern oder dem Ottendorfer Chor, auch mal den Krippentalern.

Das ging aber nur mit vielen Altendorfern, die zu Sponsoren wurden. Der Heimatverein Altendorf, der nach seiner Gründung im Jahre 2000 die Sache in die Hand genommen hat, kann jetzt Jahr für Jahr auf die Spenden Altendorfer Gewerbetreibender zurückgreifen, mit denen dann die Geschenke des Weihnachtsmannes für alle Kinder finanziert werden. Nicht zu vergessen das jährliche Adventsbasteln der Kinder unter Federführung der Sportfrauen, das ja auch finanziert werden muss. Zum Weihnachtsmann mit seinen Märchen und Geschenken kam 2010 das Pyramidenkarussell dazu, dann die Filmecke in der Wärmehalle und nun schon im dritten Jahr der Engel am ersten Advent, der die Wunschzettel der Kleinen entgegennimmt.

Und daraus ist der „Altendorfer Advent“ entstanden. Aus der ganz praktischen Überlegung, dass es keinen Sinn macht, Weihnachtsbaum und Pyramide und Stände nur für einen Tag zu errichten, kam die Idee mit dem Wunschzettel-Engel am 1. Advent und dem Adventsplausch am 2. und 3. Adventsonntag. Und sicherlich werden am 19. Dezember auch so einige Geschichten aus den letzten 20 Jahren zum Besten gegeben, wie etwa die von Werner Kostmann, der aus seinem Fenster auf den ersten Weihnachtsmarkt schaute und rauchte und aus dessen Kofferradio Weihnachtslieder schallten.

Natürlich leuchten Weihnachtsbaum und Pyramide den ganzen Advent, zu Weihnachten und bis Neujahr – vielleicht noch einmal zwanzig Jahre.