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Der Herr der Kaffeemühlen

Karsten Schmidt zeigt am Wochenende eine kleine Auswahl seiner 2200 Mühlen. Dafür gibt es zwei Gründe.

© privat

Von Heike Sabel

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Badespaß und Erholung zugleich

Das Freizeitzentrum "Hains" ist für erholsame Stunden und schweißtreibende Sportangebote bekannt.

Gottleuba. Karsten Schmidt hat ein Problem: Er muss aus seinen 2 200 Kaffeemühlen einige auswählen. Gepackt hat er schließlich 14 Kartons, sechs davon allein nur mit Leinbrock- Kaffeemühlen. Die wurden eins in Gottleuba hergestellt. Und hier kommt Schmidt am Wochenende, samt Kaffeemühlen. Erstmals gibt es hier aus Anlass des 150. Leinbrock-Gründungsjahres eine Ausstellung. Sie ist Teil des Festwochenendes, mit dem Bad Gottleuba „Fünf auf einen Streich“ feiert. Neben den Kaffeemühlen sind die Stadt mit ihrem Stadtrecht und der Ersterwähnung sowie die Jugend- und aktiven Feuerwehrleute Jubilare.

Karsten Schmidt und seine Kartons haben einen weiten Weg vor sich. Der gebürtige Dresdner wohnt inzwischen in Schleswig-Holstein. Schmidt legt den Weg zum dritten Mal zurück, zum ersten Mal aber mit so viel Gepäck. Er und seine Frau Detgard freuen sich auf interessante Gespräche und hoffen, auch ehemalige Leinbrock-Mitarbeiter zu treffen. Bei Führungen durch seine kleine mobile Ausstellung geben Schmidts einen Überblick über 300 Jahre Kaffeemühlengeschichte und haben auch einige witzige und interessante Geschichten auf Lager – zum Beispiel woher der Kaffeefilter kommt und wer die Kaffeeschnüffler waren.

Nicht einzigartig, trotzdem einmalig

Die Gottleubaer haben Schmidts nicht ganz uneigennützig eingeladen. Robert Kühn ist ein Leinbrock-Nachfahre und hat seit einiger Zeit die Idee, in der ehemaligen Firma, der späteren Maschinen- und künftigen Kulturfabrik eine Ausstellung einzurichten. Das Kulturfabrik-Projekt ist nicht unumstritten, doch in Schmidt haben die Initiatoren des Kulturvereins schon einen Unterstützer. Sie wiederum erhoffen sich vom Besuch in Gottleuba, mehr über Leinbrock zu erfahren, eben auch von denen, die früher hier arbeiteten. Bei einem Kaffee kann man da viel besprechen. Am liebsten natürlich selbst gemahlen und frisch gebrüht.

Ob Schmidt ein Geschenk für die Gottleubaer im Gepäck hat, lässt er offen. Kühn und die anderen freuen sich auch ohne auf den Gast. Seine Geschichten rund um die Mühlen sind schon Geschenk genug. Die Ausstellung wäre auch eines an die Stadt, die damit einen interessanten Anziehungspunkt bekäme. Ein Kaffeemühlen-Museum gibt es in Deutschland seit zehn Jahren im baden-württembergischen Wiernsheim. Die Sammlung dort umfasst rund 1 000 Kaffeemühlen, weniger als in Schmidts Haus stehen und mehr als es in Gottleuba sein werden.

Doch nicht die Menge macht es, sagt Kühn. Die Gottleubaer Besonderheit wird sein, dass es die hier zwischen 1868 und 1980 hergestellten Leinbrock-Mühlen sein werden. Die Kaffeemühlen stehen für Tradition, ein bisschen Nostalgie und ein Getränk, das für Harmonie und Gemütlichkeit steht. Das sind schon mal gute Zutaten für eine Ausstellung. Noch ist sie eine Vision, in den Gedanken von Schmidt und Kühn aber lebt sie schon. Sie sind überzeugt von ihrer Idee und hoffen, am Wochenende weitere Mitstreiter und Unterstützer zu gewinnen.