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Der Herr des Waldes

Der Chef im neuen Revier Lehnmühle hat nicht nur wegen den Aufräumarbeiten nach Sturmtief Friederike viel zu tun.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

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Osterzgebirge. Mit dicken Gummistiefeln, Hut und warmer Kleidung ausgerüstet stapft Stephan Radler durchs nasse Unterholz. Im Wald an der Vorsperre der Talsperre Lehnmühle schaut er sich den Schaden an, den Sturm „Friederike“ hinterlassen hat. An seiner Seite ist Jagdhund Django, ein Kleiner Münsterländer, der eifrig im Gestrüpp schnuppert. Seit 15. Januar ist der 38-Jährige Leiter des neuen Forstrevieres Lehnmühle. Obwohl er erst gut zwei Wochen im Amt ist, konnte er sich schon einen guten Überblick verschaffen. „Das Gebiet ist sehr abwechslungsreich“, so lautet Radlers Fazit.

© SZ

Das neue Revier im Forstbezirk Bärenfels erstreckt sich über 18,5 Kilometer Nord-Süd-Ausdehnung entlang der Hänge im Tal der Wilden Weißeritz, vom Kreuzwald im Süden bis zum nördlichen Ende der Talsperre Klingenberg, und umfasst zusätzlich die beiden Heidewälder bei Höckendorf und Paulshain. Der höchste Punkt liegt mit etwa 650 Metern in der Nähe des Dippser Ortsteils Schönfeld, ganz im Süden. Weitaus flacher geht es dagegen im Norden zu, die Heidewälder liegen auf circa 400 Metern. Dieser Höhenunterschied macht sich in der Vegetation bemerkbar, wie der Forstingenieur erklärt. Sehr arme Waldstandorte mit Kiefernwäldern werden abgelöst durch bessere Böden rund um die Talsperre Klingenberg und typische Fichtenwälder in den oberen Lagen des Kreuzwaldes.

Zu den Besonderheiten in Stephan Radlers Revier gehören außerdem die beiden Trinkwassertalsperren Lehnmühle und Klingenberg, die mit Einschränkungen bei der Waldbewirtschaftung verbunden sind. Mit den Uhus und Schwarzstörchen, die in seinem Gebiet ansässig sind, kennt sich der Mann bereits bestens aus, denn zuvor war er als Sachbearbeiter im Bereich Waldökologie und Naturschutz für den Forstbezirk Bärenfels zuständig. „Schwarzstörche habe ich immer mal wieder schon gesehen, wenn sie denn gerade da sind. Den Uhu hört man eher.“

Beide Vogelarten sind geschützt, deshalb ist mehr als die Hälfte des Reviers Lehnmühle unter den sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Schutzstatus gestellt, also nach europäischem Recht geschützt. Stephan Radlers Forstrevier ist mit 1 340 Hektar das flächenmäßig kleinste der nun insgesamt zwölf Reviere im Forstbezirk Bärenfels. Zum 1. Januar wurde der Landeswald umstrukturiert, durchschnittlich sind die Reviere nun knapp 1 600 Hektar groß. Die Neustrukturierung war notwendig geworden, um die gesteigerten Holzeinschläge bewältigen zu können und den Waldumbau im notwendigen Maße voranzutreiben, wie Kristina Funke, Sprecherin des Forstbezirks, erklärt.

Waldumbau und Sturmschäden

Mit dem Thema Waldumbau beschäftigt sich auch Stephan Radler. Doch zunächst gilt es, die Sturmschäden so schnell wie möglich zu beseitigen, vor allem auf den Flächen, wo umgestürzte Bäume Jungpflanzen unter sich begraben. Durch den turbulenten Einstieg als Revierförster lässt sich der 38-Jährige aber nicht abschrecken. „Friederike“ ist nicht der erste Sturm, den er im sächsischen Landeswald erlebt hat.

Denn seit April 2012 arbeitet der gebürtige Niedersachse für den Forstbezirk Bärenfels. Seinen Abschluss als Diplomforstingenieur (FH) machte er an der Hochschule für Forstwirtschaft im baden-württembergischen Rottenburg und durchlief seine Laufbahnausbildung bei den Niedersächsischen Landesforsten. Anschließend folgten einige Zwischenstationen. Stephan Radler wohnt mit seiner Lebensgefährtin, den drei Kindern und seinem Jagdhund Django im Pöbeltal bei Schmiedeberg.

Stephan Radler ist per Telefon 035052 613212 erreichbar oder per E-Mail . Die Sprechzeit ist donnerstags von 16-18 Uhr oder nach Vereinbarung, Alte Böhmische Straße 2, Bärenfels.