merken

Der Intensiv-Täter vom Bahnhof

Einem Kriminellen in Dresden ist am Wochenende das zweifelhafte Kunststück gelungen, innerhalb von 55 Stunden elf Strafanzeigen zu kassieren.

© Symbolfoto: Tobias Wolf

Dresden. Die Bundespolizei in Dresden hat dem Treiben eines notorischen Straftäters ein Ende gesetzt. Dem 63-jährigen Deutschen gelang am Wochenende das zweifelhafte Kunststück, innerhalb von 55 Stunden elf Strafanzeigen zu kassieren.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Was? Ein Suzuki? Klar, ist cool!

Viel Esprit und frischer Charme - deshalb ist das Energiebündel Suzuki Swift so beliebt.

Der polizeibekannte Mann war am Freitagmittag ohne Fahrschein im Zug von Bischofswerda nach Dresden unterwegs. Die Zugbegleiterin bot ihm zwar an, ein Ticket nachzulösen, doch das schlug der Dresdner aus. Stattdessen beleidigte er die Frau, sodass Bundespolizisten ihr zu Hilfe eilten. Die Beamten fanden heraus, dass gegen den Mann ein generelles Beförderungsverbot des Eisenbahnverkehrsunternehmens bestand. Und somit wurde das Ermittlungsverfahren wegen Erschleichens von Leistungen und Beleidigung um den Tatbestand Hausfriedensbruch ergänzt.

Am Samstagvormittag stellte sich der Schwarzfahrer dann vermeintlich geschickter an – und versteckte sich im Zug aus Hof kommend in der Bordtoilette. Entdeckt wurde er trotzdem. Ein Ticket hatte der Mann nicht, dafür aber eine weitere Anzeige wegen Erschleichens von Leistungen.

Nur eine halbe Stunde später informierte eine Verkäuferin im Hauptbahnhof die Bundespolizei, dass eine ältere männliche Person diversen Schmuck entwendet habe. Die Beamten konnten den Dieb stellen – es war der 63-Jährige, der noch 25 Ringe, eine Halskette und sieben Damenstrumpfhosen bei sich hatte. Dafür bekam der Mann eine Anzeige wegen Diebstahls.

Am Samstagnachmittag wurde der Dauerkriminelle schon wieder auffällig: Ein Mann hatte in einem der Geschäfte am Hauptbahnhof versucht, mit einer EC-Karte Waren im Wert von knapp 70 Euro zu bezahlen. Die Karte funktionierte nicht, der Käufer machte sich aber dennoch mit den Waren auf. Den Beamten schwante aufgrund der Täterbeschreibung schon, wer sie schon wieder auf Trab hielt: der 63- Jährige. Es sollte nicht seine letzte Tat an diesem Tag bleiben: Wegen des Erschleichens von Leistungen fiel der Intensivtäter am Samstagnachmittag noch ein weiteres Mal auf.

Das reichte der Bundespolizei dann aber: Sie erteilte dem Dresdner Hausverbot und Platzverweis für den Dresdner Hauptbahnhof. Und daran hielt sich der Mann letztlich auch, teilten die gestressten Beamten am Montag mit.

Am Sonntagmittag allerdings wurde der 63-Jährige am Bahnhof Dresden-Neustadt dabei erwischt, wie er aus dem Rossmann-Markt Waren im Wert von 37 Euro mitnehmen wollte – ohne dafür zu bezahlen. Ein Strafverfahren wegen Diebstahls wurde eingeleitet. Allerdings war der Mann sowohl bei Rossmann als auch im Neustädter Bahnhof schon vorher aufgefallen, denn auch dort bestand schon ein Hausverbot. Bundesbeamte ergänzten ihre Akten um dieses Detail. Die Verbote hielten den Täter aber nicht davon ab, sein Langfinger-Glück bei Rossmann am Sonntagabend erneut herauszufordern. Doch beim Versuch, exakt die gleichen Produkte wie schon am Mittag zu stehlen, wurde er wieder geschnappt. Er komplettierte seine Ermittlungsverfahrensakte um ein weiteres Diebstahls- und ein Hausfriedensbruchsdelikt.

Bundespolizisten werden die Ermittlungen nun zusammengeführt der Staatsanwaltschaft übergeben. (mja)

Osterüberraschung