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Der Koloss aus Kaarst greift nach dem Ring

Sebastian Vollmer steht mit den New England Patriots zum zweiten Mal im Super Bowl.

© dpa

Von Uli Schember

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Nass bis auf die Haut stand Sebastian Vollmer nach getaner Arbeit auf dem Footballfeld, und der Regen prasselte weiter auf ihn ein. Doch das war dem Tackle der New England Patriots völlig egal. Zum zweiten Mal greift der Rheinländer nach dem NFL-Titel. Er wäre der erste deutsche Profi, der sich den Meisterring an den Finger steckt.

„Es ist wirklich schwer, dahin zu kommen. Es steckt viel Arbeit drin“, sagte Vollmer nach dem überraschend klaren 45:7 gegen die Indianapolis Colts. Während der 30-Jährige mit den Gedanken schon beim Endspiel war, das am 2. Februar in Glendale/Arizona über die Bühne geht, musste sein Landsmann Björn Werner die größte Enttäuschung seiner Karriere verarbeiten.

Nicht auf der Liste der Colts stand der bislang gesetzte Werner. Es kam völlig unerwartet. „Es ist kein schönes Gefühl, wenn man so eine Niederlage hat“, sagte der 24-Jährige. Werner hätte nur zu gern im deutschen Duell gezeigt, was in ihm steckt. Doch auch mit dem Linebacker in den Reihen der Colts wäre das Halbfinale wohl kaum anders verlaufen. Die 68 756 Zuschauer sahen von Beginn an ein einseitiges Spiel, New England gelang so ziemlich alles, Indianapolis fast nichts.

Es gab kein Durchkommen für die Colts-Defensive, Top-Quarterback Tom Brady konnte schalten und walten wie er wollte. Superstar Brady weiß genau, was er an seinem Bodyguard aus Deutschland schätzt. Seit sechs Jahren beschützt Sebastian Vollmer den Spielmacher der Patriots exzellent und hat so maßgeblichen Anteil am Erfolg des Teams aus Massachusetts. Nun steht der 145-Kilo-Koloss aus Kaarst zum zweiten Mal im Super Bowl und könnte als erster deutscher Profi die begehrteste Trophäe im US-Sport gewinnen.

„Er ist beständig, zäh, athletisch und einer der kräftigsten Kerle, die ich je gesehen habe“, schwärmte Brady einmal von den Fähigkeiten Vollmers. „Sebastian hat einen guten Job gemacht, so wie immer“, lobte Patriots-Headcoach Bill Belichik Vollmer, dessen Aufgabe es ist, den Weg zum Spielmacher zu verriegeln. Er erledigte dies mit deutscher Gründlichkeit.

Der glänzend aufgelegte Brady nutzte seine Räume, immer wieder suchte der Superstar LeGarrette Blount. Und immer wieder tat der knapp 110 Kg schwere Runningback den Colts mit seinen Läufen weh. Drei Touchdowns waren das Ergebnis. „Man darf sich von seiner Statur nicht täuschen lassen. Er kann sich bewegen“, so Vollmer.

Im Finale geht es gegen Titelverteidiger Seattle Seahawks, der sich im dramatischen Endspiel der National Football Conference (NFC) mit 28:22 nach Verlängerung gegen die Green Bay Packers durchsetzte. Vollmer, genannt „Sea Bass“ (Seebarsch), weiß, was auf ihn zukommt. Der Kaarster will deshalb nur kurz abschalten. Zufrieden kann er aber bereits jetzt sein. Im März 2013 hatte Vollmer einen neuen Vierjahresvertrag mit einem Maximal-Volumen von 27 Millionen US-Dollar unterschrieben, das sind umgerechnet 23 Millionen Euro. (sid mit dpa)

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