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Döbeln

Der Krauthobel bekommt Gesellschaft

Zu der Plastik von Helmut Senf kommt eine weitere von Manfred Vollmert. Das Original ist ein Wendeopfer geworden.

Roßweins Bürgermeister Veit Lindner hat das Kunstwerk bei Manfred Vollmert (links) abgeholt.
Roßweins Bürgermeister Veit Lindner hat das Kunstwerk bei Manfred Vollmert (links) abgeholt. © Stadt Roßwein

Roßwein. Am Muldeabschnitt in Roßwein entlangzuspazieren, das kann gerade für Auswärtige mit der einen oder anderen Überraschung verbunden sein. Wer erwartet schließlich schon, am Ufer des Flusses Kunstwerke zu sehen? Denn bei der ersten Plastik, gespendet von Helmut Senf aus Sassnitz, wird es nicht bleiben.

Das kann Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) jetzt schon fest versprechen. Denn das Geschenk von Künstler Manfred Vollmert hat er sich bereits gesichert, es an einem Sonnabend mit einem Fahrzeug des Bauhofes in Seidewinkel abgeholt. Das ist ein Ortsteil von Hoyerswerda, wo der mittlerweile 82-Jährige wohnt.

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Bis 1954 war er in Roßwein zuhause. Nach seiner Lehre als Stahlgraveur in einem hiesigen Schilderwerk ist er zum Studium ans Institut für künstlerische Werkgestaltung auf Burg Giebichenstein nach Halle gegangen. Dort traf er Helmut Senf, ebenfalls aus Roßwein. Senf sei es auch gewesen, der ihn wegen eines Kunstwerkes als Geschenk für die alte Heimatstadt Roßwein angesprochen hat.

Vollmert ließ sich nicht lange bitten. Eine neue Plastik hat er allerdings nicht angefertigt. Die, die er Bürgermeister Lindner für Roßwein überlassen und mitgegeben hat, war ein Modell für eine Arbeit, die in Dresden stehen sollte. „Der Rohbau war schon fertig. Dann kam die Wende und sie wurde verschrottet“, erzählt der Künstler.

Das zweite Kunstobjekt von Manfred Vollmert.
Das zweite Kunstobjekt von Manfred Vollmert. © Stadt Roßwein

Von dem Modell trennte er sich damals jedoch nicht. Es wird ab dem Sommer der Plastik von Helmut Senf am Muldenufer Gesellschaft leisten. Für das Kunstwerk, das schwer zu beschreiben ist, haben die Roßweiner mit „Krauthobel“ schon zur Einweihung im November 2018 eine liebevolle Bezeichnung gefunden.

Die zweite Plastik am Roßweiner Muldeufer will der Rathauschef während des Schul- und Heimatfestes im Juli 2020 einweihen. Ob Manfred Vollmert dann nach Roßwein kommen wird, kann er noch nicht sagen. Er sei gerade gesundheitlich angeschlagen. Zuletzt sei er vor zwei Jahren in Roßwein gewesen, anlässlich des 90. Geburtstages einer Verwandten.

Möglicherweise ist der eine oder andere Roßweiner ja schon einmal Arbeiten des Metallkünstlers begegnet. Brunnen von ihm stehen zum Beispiel am Elsterbogen und im Zoo in Hoyerswerda, in Wittstock, Berlin, Koblenz, Rostock und auf dem Bahnhofsvorplatz in Cottbus. Dort ist mit „Energetische Reflexion“ eine in doppelter Hinsicht besondere Stele zu sehen: wegen ihrer Größe und des Materialmix’ aus Edelstahl, Marmor und Eiche. Eine lebensgroße Christusfigur von Vollmert steht in Wittichenau. (DA/sig)

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