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Der lange Schatten der Chemie

Im November stand das Erschließen der Brache in Dohna unmittelbar bevor. Nun ist klar: So schnell geht’s wieder nicht.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

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Dohna. Man kann nicht gerade sagen, dass Klaus Leroff ein Glücksbote ist. Er ist eher der Überbringer der schlechten oder zumindest weniger guten Nachrichten. Dabei würde er so gern für die ehemalige Dohna Chemie etwas anderes verkünden. Im November sah es kurz danach aus. Das Landratsamt hatte gesagt: „Die Erschließungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Dohna Chemie durch Investoren können unverzüglich beginnen.“ Inzwischen sind wieder drei Monate vergangen und von Investoren nichts zu sehen.

Es passiert wohl viel hinter den Kulissen, aber zu wenig auf dem Gelände an der Weesensteiner Straße. Unter der Erde ist schon sehr wohl einiges passiert, was man zwar nicht sieht, was aber entscheidend ist. Immerhin mussten die Folgen von jahrzehntelanger chemischer Produktion so weit wie möglich beseitigt werden: unterirdische Tanklager, belastete Leitungen und Gebäude, verseuchte Erde. Die Abrisse gingen schnell und waren sichtbar. Die anderen Arbeiten betrafen den Teil unter der Erde, und sie dauerten.

Hinzu kommt, dass Erde und Wasser auf Jahre hin immer wieder untersucht werden müssen. Auch das ist eine Auflage der Behörden zur Sanierung.

Auf der Erde steht bisher nur die Solaranlage. Immerhin, sagt Leroff. Und: „Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit Interessenten, um das Grundstück zu veräußern.“ Doch bevor sich jemand auf das Gelände einlässt, muss es „sauber“ sprich im Rahmen der rechtlichen Vorschriften frei von Belastungen der Vergangenheit als chemische Fabrik sein. Den ersten Interessenten von vor fünf, sechs Jahren dauert es inzwischen zu lange.

Die Dohna Chemie selbst hat keine Ansiedlungspläne. Das sei auch finanziell nicht möglich, sagt Leroff. Immerhin ist es nur noch ein Unternehmen auf dem Papier, das nur noch Flächen verwaltet und damit beschäftigt ist, sich selbst abzuschaffen und damit keine Einnahmen hat.

Interessenten bei Laune halten

Derzeit wird geprüft, was aus dem Schlussbericht noch zu erledigen ist bzw. was noch saniert werden muss. Genau dazu gibt es zwischen dem Landratsamt und der Dohna Chemie bereits seit vorigem Jahr unterschiedliche Auffassungen. Leroff ahnt, dass das wohl noch eine Weile dauern wird. Klar ist inzwischen auch, dass noch einige weitere Messbrunnen gebaut werden, um den Grundwasserfluss nach der bisherigen Sanierung zu überwachen.

Wenn Leroff in den nun über acht Jahren als der Mann der Dohna Chemie vor Ort etwas gelernt hat, dann Geduld. Er hat sie auch mit den Interessenten. „Sie müssen ja auch planen und kalkulieren, um ihre Investition sicher zu machen.“ Und er muss sie bei Laune halten, falls sie mal die Geduld verlieren. Einen Termin für den Verkauf kann und will Leroff derzeit nicht nennen. Zu oft hat er sich aus dem Fenster gelehnt, Termine genannt, Hoffnungen geschürt und am Ende hat sich der Interessent gegen Dohna entschieden.