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Der Lausitzring leuchtet für Tesla

© kairospress

Am Donnerstag schickten rund 400 Menschen ein Signal in den Himmel, um Tesla anzulocken.

Von Irmela Hennig

Um 19.20 Uhr drückten Lilly (5) aus Sachsen und Neela (12) aus Brandenburg auf den roten Knopf. Sie starteten sechs große Strahler, die einen meterlangen Lichtstrahl in den Himmel schickten. Umrahmt von Hunderten Taschenlampen und Smartphon-Leuchten. „Welcome Tesla“ riefen rund 400 Menschen in die Nacht.

Ein Signal vom Lausitzring im südbrandenburgischen Klettwitz wollten sie schicken zu Elon Musk, dem Kopf des US-amerikanischen Elektroautoherstellers Tesla. Der hat verkündet, eine Gigafactory, also eine Großfabrik für Elektrofahrzeuge, in Europa bauen zu wollen. Und per Nachrichtendienst Twitter nachgeschoben, bevorzugter Standort sei Deutschland. Vor allem wohl die Grenzregion zu Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Doch die Südbrandenburger Ralf Henkler und Jens Taschenberger dachten sich, auch die Lausitz wäre dafür ein guter Platz. Und weil die beiden, der eine Leiter der Wirtschaftsregion Cottbus-Niederlausitz im Mittelstandsverband, der andere Inhaber einer Medien- und Veranstaltungsagentur, lieber machen als reden, organisierten sie eine Welcome-Aktion auf der Rennstrecke.

Deren Eigentümer, die Dekra Automobil GmbH, machte möglich, „was eine absolute Ausnahme ist“, sagt Jens Taschenberger von der Agentur „Zwei Helden“ aus Cottbus. 24 eigens angereiste Teslafahrzeuge durften im Konvoi ihre Runden drehen, zudem Probemitfahrten anbieten, und Hunderte Besucher konnten den Bereich des Boxenlagers bevölkern, sich zur Traube aufstellen, die Lampen anknipsen und „Welcome Tesla“ rufen.

Für eine Fabrik in der Region spreche unter anderem der Lausitzring selbst, so Taschenberger. Die Dekra baut dort ein Hochleistungshandynetz für autonomes Fahren auf, ein Schwerpunkt von Tesla. In Tschechien, also relativ nah, gebe es ein Lithiumvorkommen mit einer Kapazität von geschätzt 330 Kilotonnen. Für ein Elektroauto von Tesla wird bis zu 40 Kilogramm Lithium benötigt. Genügend Energie für die Produktion von Elektrofahrzeugen stehe in der Lausitz ebenso zur Verfügung, auch wenn dafür Braunkohle verbrannt wird.

Taschenberger will nun dafür sorgen, dass Elon Musk über die Medien und Internetdienste wie Twitter und Instagram vom Lichtstrahl erreicht wird.