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Der Mann, der mit Gott spricht

Der 61-jährige Münchner Autor Axel Hacke kommt zu einer Lesung. Das könnte unterhaltsam werden, aber auch sehr ernst.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Journalist und Autor Axel Hacke hat einen Grundsatz: „Das Unglück der Welt kommt aus dem Schweigen“. Deshalb redet er – und zwar schriftlich. Das tun Journalisten nun mal. Und sie wollen, dass sie gelesen bzw. gehört werden. So auch der Münchner Axel Hacke, der am 13. Februar im Kulturschloss liest. Hacke ist einer, der „die Lasten des Lebens zum Schweben bringen will“ durch sprachliche Bearbeitung. Insofern hat jeder einen Vorteil, der ihn anhört.

Im Kulturschloss wird der 61-Jährige unter anderem aus seinem Buch „Die Tage, die ich mit Gott verbrachte“ lesen: eine Begegnung mit diesem Schöpfer, der unglücklich ist über die Unvollkommenheit des eigenen Werks, der aus seiner Einsamkeit flieht und ausgerechnet bei den Menschen Trost sucht. „Das Buch spielt in München, weil ich da nun mal lebe, aber das ist nicht weiter wichtig. Es geht um die großen Fragen unseres Lebens, und die spielen in Dresden oder Großenhain keine andere Rolle als bei uns daheim“, sagte Axel Hacke im SZ-Gespräch. Er kennt den Osten, war unmittelbar vor und nach der Wende sehr oft als Zeitungsreporter in der DDR und dann in den neuen Ländern unterwegs.

„Das war sicher die tollste Zeit, die ich in diesem Beruf je hatte: sehr viele bewegende und aufwühlende Erlebnisse“, so der Journalist. „Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Jahre so direkt und hautnah miterleben konnte. Mit manchen Leuten, die ich damals eigentlich beruflich kennengelernt habe, bin ich heute noch befreundet.“ Sein Bild von den neuen Bundesländern heute sei vor allem durch die vielen Lesereisen geprägt. „Komischerweise bin ich da immer noch viel neugieriger und interessierter, als wenn ich im Westen unterwegs bin“, sagt der Münchner freimütig. Auch sein Publikum im Osten sei aufmerksamer und interessierter. Axel Hacke: „Es fasziniert mich immer noch, auch nach so langer Zeit, dass ich in Orten im Theater auftrete, von denen ich früher nie dachte, dass ich sie einmal besuchen könnte.“ Lesen wird der langjährige und preisgekrönte Kolumnist der Süddeutschen Zeitung in Großenhain auch aus dem „kolumnistischen Manifest“. Darin beschreibt er seine ständige Ideen-Jagd für seine wöchentliche Kolumne. Seinen Kampf gegen Einfallslosigkeit, Langeweile, Ödnis und Verblödung. „Schreiben gibt meinem Alltag Struktur und meiner Existenz Halt.“ Axel Hacke lehnt es nach eigenem Bekunden ab, andere zu belehren. Aber etwas lernen kann man aus seinen Geschichten schon. Zum Beispiel die Haltung zum Glücklichsein. „Das Glück kommt manchmal ganz plötzlich und unverhofft und vielleicht auch, wenn man gar nicht damit rechnet. Man muss nur offen sein dafür, es überhaupt zu empfinden“, sagt Axel Hacke. Ganz genau!

13. Februar, 19.30 Uhr, Karten: 03522 505555