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Der Mann, der über die Spielplätze wacht

Bei der großen SZ-Familienaktion bewerten Eltern derzeit, wie kinderfreundlich ihr Umfeld ist. Wichtig sind dabei Spielplätze.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

In Sachen Spielplätze ist Großenhain einer Großstadt wie Dresden weit voraus. Mit 41 öffentlichen Anlagen gibt es nicht nur prozentual sehr viele Tobe-Flächen. Die Stadt tut auch mehr für deren Unterhaltung, als vorgeschrieben ist – ganz anders als zum Beispiel die Landeshauptstadt. „Spielplätze sollen monatlich kontrolliert werden“, sagt Großenhains Spielplatzwart Dennis Hentschel. Er ist jedoch aller zwei Wochen draußen, um nach dem Rechten zu schauen. Zweieinhalb Tage ist er dann damit beschäftigt, die Sicherheit der Spielgeräte zu überprüfen, eventuelle Gefahren durch Abnutzung oder Vandalismus aufzunehmen und entsprechend zu reagieren. Sogar wöchentlich wird bei einer einfach Sichtkontrolle der Müll beräumt.

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Diese Verbindungsstellen an hölzernen Gerüsten sind Schwachstellen auf Spielplätzen. Hier muss Dennis Hentschel schauen, ob alle Muttern festgezogen sind. 2012 investierte Großenhain circa 71300 Euro in die Unterhaltung von Spielplätzen.
Diese Verbindungsstellen an hölzernen Gerüsten sind Schwachstellen auf Spielplätzen. Hier muss Dennis Hentschel schauen, ob alle Muttern festgezogen sind. 2012 investierte Großenhain circa 71300 Euro in die Unterhaltung von Spielplätzen.
Dennis Hentschel ist Großenhains Spielplatzwart. Mit einem eigenen Spielplatzmobil fährt er regelmäßig alle Anlagen in der Stadt und den Ortsteilen ab (hier in Wildenhain) und kontrolliert die Geräte. Auch auf Ordnung und Sauberkeit muss er achten. Großen
Dennis Hentschel ist Großenhains Spielplatzwart. Mit einem eigenen Spielplatzmobil fährt er regelmäßig alle Anlagen in der Stadt und den Ortsteilen ab (hier in Wildenhain) und kontrolliert die Geräte. Auch auf Ordnung und Sauberkeit muss er achten. Großen

Für seine Arbeit hat der junge Bauhofmitarbeiter einen Sachkundelehrgang für sichere Spielplätze absolviert. Er kennt die DIN-Vorschriften und hat in seinem Taschencomputer alle Plätze und deren Spielgeräte quasi immer am Mann. „Hier kann ich Mängel schnell eintragen und den Bearbeitungsstand nachvollziehen“, sagt Dennis Hentschel. Auch die beiden Fitnesspfade auf dem Kupferberg und im Stadtpark betreut der Bauhofmitarbeiter. Zweimal jährlich ist er zudem auf den Spielplätzen der Kindereinrichtungen. Demnächst steht auch die jährliche Hauptkontrolle mit Bodenprüfung auf den Spielplätzen an.

Der Abenteuerspielplatz im Stadtpark ist ein Schwerpunkt für Dennis Hentschel. Hier müssen demnächst eine Hängebrücke und ein Kletternetz ausgetauscht werden. Die Seile scheuern hier langsam durch. Die neuen Geräte lagern schon auf dem Bauhof. „Die Familien werden sich sicher wundern, warum wir die Teile erst jetzt austauschen und dafür die Bereiche etwa einen Monat lang absperren“, ist sich der Mitarbeiter bewusst. Doch durch den Frost konnte der Bauhof noch nicht früher in den Boden. Erstaunlich ist zudem, dass die Geräte über 20 Jahre gehalten haben. „Nur was der Tornado zerstörte, musste bisher ersetzt werden“, sagt Dennis Hentschel. Er freut sich, dass Großenhain noch keinen größeren Unfall auf einem Spielplatz regulieren musste.

Problematisch sind allerdings die Flaschenscherben, die oft Jugendliche auf den Spielplätzen hinterlassen. „Das passiert vor allem an der Anlage Rostiger Weg, obwohl es Müllkörbe gibt“, empört sich Hentschel.

Tatsächliche Zerstörungen seien aber zurückgegangen. Auch das Problem der Verunreinigung einer Rutsche auf der Faunhöhe habe sich geklärt, nachdem der Verursacher ermittelt wurde. Generell würden die Spielplätze auf den Dörfern insgesamt sauberer gehalten als in der Stadt, ist Dennis Hentschels Eindruck. Auf dem neuen Spielplatz in Wildenhain fehlt allerdings noch ein Papierkorb.

Komplett erneuert wurde der Spielplatz in Stroga. Er ist derzeit noch nicht begehbar, weil gerade erst Gras angesät wurde. Noch circa einen Monat werden die Kinder hier vor der Absperrung warten müssen. Ein Austausch von Spielgeräten steht in diesem Jahr auch an der Faunhöhe an. Hier sind schon ganze Seile durchgerissen. Der einziger Matschplatz auf einem öffentlichen Spielgelände ist der in Kleinraschütz. Hier muss der Spielplatzwart demnächst die Wasserpumpe wieder anbringen. Über den Winter war sie eingelagert worden.

Pfostenschuhe gegen die Nässe

Kleine Reparaturen kann Dennis Hentschel selbst erledigen, für größere muss die Bauhoftechnik ran. „Dann wird auch mit Bauzaun abgesperrt und nicht nur mit einem Flatterband“, so der Mitarbeiter. Auch Schilder „Eltern haften für ihre Kinder“ haben keine Wirkung mehr.

Dankbar ist Dennis Hentschel daher, wenn Holzgeräte quasi wartungsfrei sind, weil sie sogenannte Pfostenschuhe haben und nicht mehr nässeanfällig sind. Außerdem gibt es Spielgeräte wie die große Kletterspinne im Stadtpark, bei denen Fachfirmen die Wartung übernehmen.

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Selbst DDR-Spielgeräte gibt es noch auf Großenhainer Plätzen: in Rostig oder Stroga, sagt Dennis Hentschel. Diese Geräte seien sehr robust. Froh ist er zudem über das reichliche Angebot an Bolzplätzen für Ältere: die Skaterbahn an der Flutrinne, die Trendsporthalle, Plätze in Rostig, Weßnitz, an der Kollwitz-Straße oder auf dem Exer.