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Der Mann, der uns Donald Trump ersparen will

Michael Bloomberg, Milliardär und Ex-Bürgermeister von New York erwägt eine Kandidatur um die US-Präsidentschaft.

© dpa

Von Jens Schmitz, SZ-Korrespondent in Washington

Aufruhr im Rennen um die nächste US-Präsidentschaft: Der prominente New Yorker Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg erwägt offenbar eine unabhängige Kandidatur. Der ehemalige Republikaner, dessen Vermögen dasjenige von Donald Trump weit übersteigt, soll bereit sein, bis zu einer Milliarde Dollar aus der Privatschatulle zu investieren, um Populisten im Weißen Haus zu verhindern. Bis März soll seine Entscheidung fallen.

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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Der New York Times zufolge will der Wirtschaftstycoon und Medienzar seinen Entschluss nach den ersten Vorwahlen treffen. Dem 73-jährigen Ex-Republikaner bereite der Erfolg des populistischen Immobilienkönigs Trump genauso Kopfzerbrechen wie die Politik der verbrannten Erde, die seinen erzkonservativen Verfolger Ted Cruz bekannt gemacht hat. Bei den Demokraten sorge er sich um den Schaden, den der selbst ernannte Sozialist Bernie Sanders Hillary Clinton zufüge, schrieb das Blatt unter Berufung auf Bloombergs Umfeld.

Bloomberg hat erst den Demokraten, dann den Republikanern angehört, die er 2007 ebenfalls verließ. Seine Wohltätigkeitsorganisationen fördern viele Anliegen, die eher der Linken zugeschrieben werden. Den Kampf gegen die US-Waffenlobby finanziert er beinahe allein. Die Chancen für unabhängige Präsidentschaftskandidaten sind in den USA jedoch verschwindend gering. Bloomberg glaubt, dass das politische System mehr als nur zwei Parteien benötigt. 2008 hatte der damalige New Yorker Bürgermeister schon einmal mit dem Gedanken an eine unabhängige Präsidentschaftskandidatur gespielt. In die Rolle des Versöhners schlüpfte dann allerdings ein Senator namens Barack Obama.

Bloomberg bescherte seiner Stadt stattdessen den größten Bauboom seit vier Jahrzehnten, verdoppelte Bildungsausgaben und jede Menge Gesundheitsinitiativen. Als er 2013 das Rathaus verließ, galt er nicht nur als eines der erfolgreichsten Stadtoberhäupter in der Geschichte New Yorks, sondern auch als einer großzügigsten Spender der Erde. Das Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf mehr als 36 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das Portfolio Donald Trumps wird auf 4,5 Milliarden Dollar veranschlagt.