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Der Marktbus startet

Ohne eigenes Auto können Oberländer bald nach Neusalza-Spremberg einkaufen fahren. Aber nur mit Anmeldung.

© dpa

Von Gabriela Lachnit

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Gert Jentsch kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. Der Marktmeister der Deutschen Marktgilde ist für den Wochenmarkt in Neusalza-Spremberg zuständig und freut sich. Denn am 8. März soll zum ersten Mal der Marktbus durch das Oberland touren. Dass dieses Datum auf den Internationalen Frauentag fällt, ist Zufall.

Seit langem hat Jentsch um den Marktbus gekämpft. Denn der Wochenmarkt in Neusalza-Spremberg hat ein Problem: Kommen immer weniger Kunden donnerstags auf den Markt, bleiben bald auch die Händler aus. Und kommen weniger Händler, fehlt der Anreiz für Kunden, auf dem Markt zu kaufen. „Ein Kreislauf also“, gibt Jentsch zu bedenken.

Aber das soll sich jetzt ändern. Geplant ist, dass ein Taxi-Unternehmen aus Neusalza-Spremberg einmal im Monat die Kauflustigen zum Beispiel aus Dürrhennersdorf, Schönbach und Friedersdorf auf einer Tour abholt, zum Markt fährt und die Käufer nach einer bestimmten Zeit wieder an ihren Ausgangspunkt bringt. Die Fahrtkosten teilen sich die Mitfahrer. Den Auftakt für die Marktbustour gibt es nun am 8. März. Künftig soll der Bus voraussichtlich am ersten Donnerstag im Monat gen Neusalza-Spremberg fahren. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen in Orten, die keine oder nur wenige Einkaufsmöglichkeiten haben und mangels Auto nicht in die Einkaufszentren der Umgebung fahren können, erläutert der Marktmeister. In vielen Orten gebe es alleinstehende, oft ältere Personen, denen das Einkaufen schwerfällt, weil sie Entfernungen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen und schwere Taschen schleppen können. Die Kinder dieser Menschen stehen oft auch nicht parat, weil sie in der Ferne leben.

Voraussetzung, um mit dem Marktbus mitfahren zu können, ist eine rechtzeitige Anmeldung per Telefon bei Gert Jentsch. Spätestens zwei Tag vor dem Marktbesuch sollte sie vorliegen. Für die Auftaktfahrt ist der Anmeldeschluss am 5. März. Händler bieten auf dem Neusalza-Spremberger Obermarkt ihre Waren an, darunter Frisches wie Obst, Gemüse, Fleisch und Wurst sowie Bäckereierzeugnisse. Aber auch Textilien, Haushaltwaren und Schuhe werden angeboten. „Nicht alles an jedem Markttag“, sagt Gert Jentsch. Es gebe immer mal wieder einen Wechsel, im Sommer sind häufiger auch lokale Händler dabei und bieten zum Beispiel Imkereiprodukte oder Blumen an. Der Markt ist jeden Donnerstag von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet.

Wie Gert Jentsch weiter informiert, hat er bereits mit dem Inhaber der Bierhalle in Neusalza-Spremberg gesprochen. Die Halle befindet sich nur wenige Meter vom Obermarkt entfernt. Dort können sich die Einkäufer, die mit dem Marktbus kommen, bis zur Abfahrt des Busses aufhalten, wenn sie ihren Bummel über den Wochenmarkt schon früher beendet haben. Etwa anderthalb bis zwei Stunden sollen zwischen Ankunft und Rückfahrt des Marktbusses liegen. Dass der Wirt den Aufenthalt in der Bierhalle nicht nur zur Überbrückung freier Zeit und zum Ausruhen ansieht, versteht sich von selbst, sagt Gert Jentsch. Der Wirt möchte Umsatz machen. In der Bierhalle wird unter anderem ein preisgünstiger Mittagstisch angeboten. „Da lässt sich der Bierhallenwirt etwas einfallen“, sagt der Marktleiter und gibt zu bedenken, dass die Einkäufer sich am Markttag das Kochen zu Hause sparen können, wenn sie gleich in der Bierhalle mittagessen. „Auch der Abwasch zu Hause entfällt“, ergänzt Jentsch mit einem Augenzwinkern.

Anmeldung für den Marktbus am 8. März nach Neusalza-Spremberg bei Gert Jentsch unter Tel. 0162 909 2572. Anmeldeschluss ist der 5. März.