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Der Nachwuchs rockt das WelWel

Der Bandwettbewerb „Wanted“ hat gleich zwei Sieger. Der Musikernachwuchs soll jetzt öfter auf der Bühne stehen.

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© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Four in One – vier in eins – so heißt eine der jüngsten Döbelner Bands. Die vier Musikschüler haben beim Contest „Wanted“ für Nachwuchsbands am Freitag im WelWel gewonnen. Einen Tag später standen sie an gleicher Stelle schon wieder auf der Bühne: als Vorband der Phil-Collins-Coverband „Invisible Touch“. Ihr Glück konnten die vier jungen Leute da immer noch nicht richtig fassen. „Wir dachten, wir haben bei unserem Auftritt alles verkackt, was man nur verkacken kann“, meint Sängerin und Gitarristin Vivien Brand (17). Die Jury war offensichtlich anderer Ansicht. Four in One, das sind außerdem Philipp Hoffmann (14) am Keyboard und Maximilian Frost (16) an der Gitarre. Der Jüngste ist Trommler Maik Eulitz, 13 Jahre alt. „Alle waren sich einig, dass er der beste Schlagzeuger des Wettbewerbs war“, sagte Jörn Hänsel vom Mittelsächsischen Kultursommer (Miskus), der Veranstalter des Wettbewerbs ist.

Die Lunzenauer Band Mathews & Miller ist ebenfalls Gewinner.
Die Lunzenauer Band Mathews & Miller ist ebenfalls Gewinner. © André Braun

Four in One gibt es erst seit einem Jahr. Aber die jungen Musiker bringen die besten Voraussetzungen mit – sie werden schon lange an der Musikschule an ihren Instrumenten ausgebildet. Musiklehrer Thomas Keilhauer leitet die Gruppe an.

Fast schon „alte Hasen“ sind dagegen Niklas Matthes und Alec Mühler aus Lunzenau. Die beiden sind die Band Mathews & Miller. „Wir sind seit 2013 zusammen“, sagte Matthes (18), der gerade in Ausbildung zum Musikalienhändler ist. Viel einfacher als die beiden kann man wahrscheinlich nicht Musik machen. Zwei Akustikgitarren und ihre Stimmen – mehr brauchen die Musiker nicht, um das Publikum mit Cover- und eigenen Titeln zu beeindrucken. Das Gitarrenspiel haben sich selbst beigebracht, erzählten sie. Nach dem Auftritt mussten die beiden ganz schnell weg – zum nächsten Auftritt in Rochlitz.

Für den Miskus war Mathews & Miller schon einige Male im Einsatz. Jungen Bands Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen, das sei eines der Anliegen des Wettbewerbs, sagte Hänsel. Im nächsten Jahr will der Miskus bei seinen Veranstaltungen verstärkt auf den Musikernachwuchs der Region zurückgreifen. „Dann gibt es auch ein bisschen Gage“, so Hänsel. Auch die Neuauflage des Bandcontests „Wanted“ ist geplant. Nach mehreren Konzerten in der Region soll im kommenden Jahr der Abschluss im September in der Hartharena sein, die zehn Jahre alt wird.

Sieben Bands aus der Region hatten sich diesmal beteiligt. Anders als sonst gab es keine Vorausscheide – alle Bands waren beim Finale im WelWel dabei. Auch das Publikum hatte die Möglichkeit, Punkte zu verteilen. Die Bands mit der größten Anhängerschaft hatte also etwas bessere Chancen auf den Sieg. Am Ende hatten Four in One und Mathews & Miller die gleiche Punktzahl. „Bis auf die Zehntelstelle hinter dem Komma“, sagte Hänsel. Außer den Auftritten als Vorbands im WelWel erhalten die Formationen die Gelegenheit, unter professionellen Bedingungen Musikstücke bei der Firma „IMM prounique“ in Mittweida zu produzieren.