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Der nächste Millionentransfer

© Jan Huebner

Schalke 04 arbeitet weiter mit Domenico Tedesco zusammen. Dafür verlässt Thilo Kehrer die Königsblauen – für 37 Millionen.

Von Ralph Durry

Der Trainer bleibt, das Ausnahmetalent geht: Während Erfolgscoach Domenico Tedesco am Sonntag seinen Vertrag bis 2022 verlängert hatte, gab Schalke 04 nur wenige Stunden später den Abgang von U 21-Europameister Thilo Kehrer zu Paris St. Germain mit Trainer Thomas Tuchel bekannt. Laut Bild kostet der Abwehrspieler 37 Millionen Euro Ablöse, Kehrers Kontrakt beim Fußball-Bundesligisten hatte noch eine Laufzeit bis 2019.

„Wir haben uns grundsätzlich auf einen Vertrag mit Paris verständigt. Der Transfer wird eine wirtschaftliche Dimension haben, welche Schalke 04 nicht ablehnen kann“, sagte Heidel zu dem Transfer. Dabei, so der Schalke-Manager, „hatten wir uns bereits auf eine Verlängerung“ des Kontraktes geeinigt. Angesichts der PSG-Offerte für den Schützling von Berater Roger Wittmann, der in diesem Sommer schon Max Meyer zu einem Wechsel von S04 in die Premier League zu Crystal Palace verholfen hatte, konnte Schalke aber nicht Nein sagen.

Die frohe Botschaft der Tedesco-Verlängerung hatte Heidel gleich zu Beginn der offiziellen Saisoneröffnung auf Schalke den Zehntausenden Fans verkündet. „Mir macht die Arbeit mit unserer Mannschaft außerordentlich Spaß, weil sie immer bereit ist, die notwendigen Schritte konsequent mitzugehen, damit wir uns sportlich weiterentwickeln können“, begründete der 32-jährige Tdesco. Der Mann mit den italienischen Wurzeln, der in Baden-Württemberg aufwuchs und seine professionelle Trainerlaufbahn in Stuttgart begann, gilt als Trainer-Diamant in der Bundesliga.

Nach seinem Wechsel vor einem Jahr von Zweitligist Erzgebirge Aue war er noch skeptisch beäugt worden, doch der junge Fußballlehrer hinterließ ganz schnell bei den Schalkern seine Handschrift. Tedesco gilt als guter Taktiker, als sehr kommunikativ, der aber auch gleichzeitig nicht davor zurückschreckt, unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen. Die Trennung von Ex-Kapitän und 2014er-Weltmeister Benedikt Höwedes gehörte dazu. Aber die Erfolge haben die Kritik schnell verstummen lassen.

Der zweite Platz hinter Abonnementmeister Bayern München und die souveräne Qualifikation für die Champions League waren der Lohn. Dass die Zusammenarbeit weitergeht und der ursprünglich bis 2019 laufende Vertrag vorzeitig verlängert wird, hatte sich schon zuletzt angedeutet.

Heidel gab der Bekanntgabe einen melodramatischen Anstrich, denn Tedesco habe seinen Kontrakt am Freitag aufgelöst, verkündete der Manager zunächst. Erst nach einer kurzen Pause gab es dann die erlösenden Heidel-Worte: „Und er hat einen neuen bis 2022 unterschrieben!“ (sid)