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Der Neue in der Alten Pfefferküchlerei

Historiker Sebastian Walther leitet jetzt das Weißenberger Museum. Ein Vorhaben ist für ihn besonders dringlich.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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Von der Großstadt Leipzig in das doch eher dörfliche Weißenberg – das ist schon ein ziemlicher Sprung. Doch Sebastian Walther sieht das nicht so dramatisch. Schließlich ist er in dem auch eher ländlichen östlichen Leipziger Vorort Althen aufgewachsen und hat dort auch heute noch seinen Hauptwohnsitz. Als die Stelle des Museumsleiters für die Alte Pfefferküchlerei ausgeschrieben war, ging er unter 30 Bewerbern als Sieger hervor.

Seit Juni kümmert sich der 30-jährige Historiker nun um die Belange des kleinen, aber feinen Weißenberger Museums. „Meine Mitarbeiter habe ich inzwischen gut kennengelernt“, sagt Sebastian Walther. Im Museum arbeiten drei feste Mitarbeiterinnen, teilweise geringfügig beschäftigt. Außerdem gehen ihnen bei speziellen Veranstaltungen sechs Ehrenamtliche zur Hand, von denen drei Vorstandsmitglieder im Förderverein sind. Dessen Vorsitzender Andreas Eßlinger lobt den Museumschef. Es sei eine Freude zu sehen, mit wie viel Elan er an die Aufgabe geht. „Er steckt voller Ideen und Ziele“, sagt Andreas Eßlinger.

An der Stelle in Weißenberg habe ihn besonders gereizt, dass die Aufgaben hier so ganz anders sind, als das, was er vorher gemacht hat, so Sebastian Walther. Nach seinem Historiker-Studium an der Uni Leipzig betreute er zunächst ein Schulprojekt in der Messestadt und arbeitete danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Vereinigten Domstiftung Merseburg, Naumburg, Zeitz. Während er es bei seiner letzten Arbeitsstelle hauptsächlich mit Fachpublikum zu tun hatte, richte sich das Weißenberger Handwerksmuseum eher an eine breite Öffentlichkeit. Besonders am Herzen liege ihm die museumspädagogische Arbeit. So hat Sebastian Walther bereits einen engen Kontakt zur Freien Mittelschule Weißenberg aufgebaut. Eine siebente Klasse ist jetzt Patenklasse des Museums. Die Schüler werden in einer Projektwoche im November hier arbeiten. Für die Hortkinder der Grundschule fand in den Ferien eine „Schnitzeljagd im Museum“ statt.

Dreh- und Angelpunkt der museumspädagogischen Arbeit solle jedoch das Teigformen, -verzieren und Backen bleiben. So wie das bisher gehandhabt wurde, könne es jedoch nicht weitergehe. Denn in dem historischen Gemäuer fehlten einfach die hygienischen und technischen Voraussetzungen. Das Gebäude an sich sei ja bereits ein Museumsstück, der zur Verfügung stehende Raum sei begrenzt. Deshalb arbeitet Sebastian Walther an einem neuen Raumkonzept. Das sieht unter anderem vor, in einem bisher ungenutzten schmalen Zimmer eine moderne Küche einzurichten, die aber keine Schauküche ist. Das Formen und Verzieren des Teiges würde dann nicht mehr wie bisher in der „Wohnstube“ im Obergeschoss, sondern in der ehemaligen Ladenstube im Erdgeschoss stattfinden.

Dass früher oder später die Digitalisierung in der Alten Pfefferküchlerei Einzug hält, sieht Sebastian Walther kommen, er hält das aber momentan noch nicht für vordringlich. Aber er ist gegenwärtig dabei, die Internetpräsenz des Museums zu überarbeiten. Die Stelle von Sebastian Walther in Weißenberg ist auf 25 Wochenstunden begrenzt. So findet er parallel auch noch die Zeit, sich in seiner Heimatstadt Leipzig im Stadtrat zu engagieren. Außerdem ist er Mitglied im Förderverein des Thomanerchores.