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Der neue Schulleiter

Jan Genscher ist seit 27 Jahren Lehrer. Mit seinem neuen Job tritt der 50-Jährige in ziemlich große Fußstapfen.

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© Dietmar Thomas

Von Cathrin Reichelt

Waldheim. Es ist selten, dass die Funktion eines Schulleiters aus dem eigenen Lehrerkollegium besetzt wird. Deshalb ist Jan Genscher dankbar, „dass die Kollegen das so gut akzeptieren.“ Die Bildungsagentur hat ihn jetzt als Leiter der Oberschule Waldheim eingesetzt. Sein Vorgänger Jürgen Köber war zum Ende des vergangenen Schuljahres in den Ruhestand gegangen.

Die Schule und die Zschopaustadt haben das ganze Leben des 50-Jährigen bestimmt. Er ist in Waldheim aufgewachsen und hat die Neroslow-Schule besucht. „Den Lehrerberuf habe ich sehr zielstrebig anvisiert“, sagt er. Auch, dass er Naturwissenschaften unterrichten wollte, sei beizeiten klar gewesen. An der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig absolvierte er einen Vorkurs, bei dem das Abitur bereits auf das Lehrerstudium in den Fächern Mathematik und Physik ausgerichtet war. „Das war eine anstrengende und lehrreiche Zeit“, sagt der verheiratete Vater zweier Töchter.

Zu DDR-Zeiten sei es üblich gewesen, dass sich die neuen Lehrer für drei Jahre für eine Schule verpflichteten. Welche das gewesen wäre, daran erinnert sich Genscher nicht mehr. Denn die Wende kam dazwischen. Sie habe dafür gesorgt, dass er das letzte Jahr seines Studiums, das große Schulpraktikum, an der Hanno-Günther-Schule in Waldheim absolvierte. Dort erkrankte eine Lehrerin, an deren Stelle Genscher trat. Ich habe mein Studium ein halbes Jahr eher beendet und als Frischling eine zehnte Klasse übernommen“, erzählt er.

Seit Februar 1990 arbeitet Jan Genscher als Lehrer. Neben Physik und Mathe unterrichtet er an der Oberschule auch Englisch. Außerdem ist er Fachberater und bildet in der Regionalstelle Leipzig der Lehrerbildungsstätte der Bildungsagentur künftige Physiklehrer aus. Während er die Funktion des Fachberaters jetzt aufgibt, will er den laufenden Lehrgang in Leipzig bis zum Schluss weiterführen.

Genscher spricht von einer super Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger und den Lehrerkollegen. Große Veränderungen plant er nicht. „Ich bin sehr lange an der Schule. Wenn mir etwas missfallen hätte, hätte ich genug Gelegenheit gehabt, gegenzusteuern“, meint er. Ihm sei es wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Schüler und Lehrer wohlfühlen. „Und mir ist wichtig, dass den Schülern bewusst wird, in was für einer tollen Schule sie lernen und in was für einer schönen Stadt sie leben“, so der neue Schulleiter.