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Pirna

Der Osterhase im Advent

SZ-Adventskalender, Türchen 7: Eine merkwürdige Geschichte hat der kleine Freund von Opas Enkelin geschrieben.

Hassan Zidan als kleiner Geschichtenleser  mit Märchenbuch.
Hassan Zidan als kleiner Geschichtenleser mit Märchenbuch. © Marko Förster

Mein Nachbar hatte sich im Baumarkt etwas gekauft. Er schraubte es an die Wand in seiner Stube und meinte, dass er schon immer davon geträumt habe, so ein Ding zu besitzen. Es war ein Kamin. Aber in diesen Kamin musste niemand Holz hineinlegen, sondern der Besitzer stellt Büchsen auf das untere Blech. Darin befindet sich ein Gel, das brennt. Mein Nachbar zündete es jetzt an und freute sich. Ein kleines Feuer, so dachte er, macht es gemütlich und warm.

Außerdem hatte er heute seiner Enkelin und einen ihrer Freunde versprochen, eine Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Es gibt nichts, was so weihnachtlich ist, wie vor einem brennenden Kamin Geschichten vorzulesen. Da kamen die Kinder auch schon. Sie setzen sich und mein Nachbar holte ein Buch hervor. „So“, sagte er, „ich lese nun etwas vor.“ Seine Enkelin aber sagte: „Nein, Opa, das musst Du nicht, das macht mein Freund, der hat extra eine kleine Geschichte geschrieben.“

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Mein Nachbar staunte nicht schlecht, er hatte angenommen, dass die Kinder von heute kaum noch lesen können, geschweige denn selber eine Geschichte schreiben. „Ach, Opa“, sagte seine Enkelin, „Du hast keine Ahnung von den jungen Menschen von heute.“ Er wartete gespannt. Tatsächlich holte jetzt der Junge ein großes Buch aus seiner Tasche und begann zu lesen.

In der Geschichte ging es um eine alte Frau, die ganz allein in ihrer Wohnung wohnte und die alle vergessen hatten, sogar ihre Tochter und ihr Sohn. Sie saß einsam in ihrer Wohnung und wusste gar nicht, dass schon Advent war. Auf ihrem Tisch standen noch Osterhasen und in einem Korb lagen Schokoladeneier. Sie saß da und überlegte, ob sie heute mal ins Freibad schwimmen gehen solle. Doch sie wunderte sich, dass es draußen so dunkel und kalt war.

Da klingelte es an ihrer Tür und zwei Kinder standen da. Sie brachten ihr Tee und Pfefferkuchen. Die Frau meinte, dass sie noch nie zu Ostern Pfefferkuchen gegessen habe, aber ließ die zwei Kleinen in ihre Wohnung. Die räumten erst mal auf. Es sah schrecklich aus, überall lag irgendetwas rum. Dann tauschten sie die Osterhasen gegen Weihnachtsmänner und Räuchermänner und sangen ihr „Stille Nacht, heilige Nacht“ vor.

Mein Nachbar lachte und sagte, so eine merkwürdige Geschichte habe er ja noch nie gehört. Aber der Junge meinte, dass es eine wahre Begebenheit sei.

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