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Der Park ist eine Fehlplanung

Das Gelände am Liebknechtring werde wenig genutzt, sagt seine Gemeinderätin. Nicht alle Anwohner teilen die Kritik.

© Geoportal

Von Antje Steglich und Eric Weser

Nünchritz. Die Bänke stehen in der Sonne, haben keine Lehne und sind teilweise nur Einsitzer, die so weit auseinanderstehen, dass kein Gespräch möglich ist. Gemeinderätin Birgitt Köhler (Die Linke) sei von Anwohnern auf die unsinnige Möblierung im Park am Karl-Liebknecht-Ring in Nünchritz hingewiesen wurden, sagte sie. Der werde deshalb wenig genutzt. „Das ist eine Fehlinvestition gewesen. Das haben wir alle nicht gemerkt, sondern dem Planer vertraut“, so Birgitt Köhler. Sie forderte das Rathaus auf, sich den Park noch einmal anzusehen und mögliche Änderungen zu beraten.

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Die Bänke stehen in der Sonne und haben keine Lehne - nicht jeder Parkbesucher findet das einladend.
Die Bänke stehen in der Sonne und haben keine Lehne - nicht jeder Parkbesucher findet das einladend. © Eric Weser

Derweil sehen etliche Anwohner den Park gar nicht so kritisch, zeigt eine SZ-Recherche vor Ort. Die Anlage lade durchaus zum Verweilen ein, findet zum Beispiel ein 86-Jähriger, der aus seinem grauen Mitsubishi steigt. Meist säßen vormittags ältere Leute auf den Bänken, so der Eindruck des Nünchritzers. Dass die Bänke keine Lehne haben, findet der Anwohner sogar gut. „Dann können sich die Halbstarken da nicht draufsetzen.“ Woran es der Parkanlage mangelt, sei die Pflege, findet der Mann, der seit 18 Jahren in einem der benachbarten Wohnblöcke lebt. Wenn, dann sollte man solche Anlagen von vornherein weniger pflegeintensiv gestalten, so der Senior.

Auch Ute Seydel kann wenig Schlechtes über die Grünanlage sagen. „Ein bisschen karg vielleicht“, meint die Nünchritzerin, die mit ihrem Hund Gassi geht. „Man könnte noch etwas Blühendes pflanzen.“ Meist laufe sie zweimal täglich den geschwungenen Weg zwischen den Wohnblöcken entlang, erzählt die 55-Jährige. Dabei sehe sie auch Leute mit Rollator, die auf den Bänken sitzen. Ute Seydel findet die Grünanlage insgesamt schön. Alternativen gebe es zudem kaum. Viele Flächen seien ja inzwischen bebaut worden, sagt sie.

Aus Sicht einer Nünchritzerin, die etwas später nebenan Wäsche aufhängt, ist die Grünanlage kein Park im eigentlichen Sinne. Für einen längeren Aufenthalt sei das Gelände eher ungeeignet, findet die Anwohnerin. Es würden aber viele hindurchlaufen, so der Eindruck der ehemaligen Kaufhallen-Mitarbeiterin. „Ich finde, das passt gut hier rein“, sagt die Rentnerin, die früher Block wohnte, an dessen Stelle sich jetzt die Grünanlage befindet.

Der Park war in den Jahren 2010 und 2011 angelegt worden, nachdem die Fläche durch einem Wohnblock-Abriss frei geworden war. Neben neuen Sitzgelegenheiten wurden auch Bäume gepflanzt und geschwungene Wege angelegt. An der Rückseite des Wohnblocks Gartenstraße wurde eine zweite Gründfläche angelegt. Damaligen Angaben der Gemeinde zufolge hatte die Parkgestaltung 124 000 Euro gekostet, 80 000 Euro davon waren Fördermittel.

Dass die Kritik an der Grünanlage zu einer Umgestaltung führt, scheint ausgeschlossen. Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) hatte bereits im Gemeinderat gesagt: „Da wird sich nichts ändern. Das Projekt ist abgeschlossen.“