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Der Plan für den Erhalt der Ballsäle

Die Stadt Freital will sich um eine spezielle Form von Fördermitteln bewerben. Auch einen Zeitplan für die Arbeiten gibt es schon.

© K.-L. Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Voraussichtlich zum Jahresende wird eine Entscheidung getroffen, ob die Ballsäle Coßmannsdorf (BC) in Hainsberg als Veranstaltungshaus erhalten werden können. Das Rathaus hat nun erstmals einen konkreten Plan dafür vorgelegt.

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Wie Rathausprecher Matthias Weigel mitteilt, fanden und finden derzeit Gespräche zur einer möglichen finanziellen Förderung der dringend nötigen Sanierungsarbeiten statt. „Eine konkrete Überlegung ist es beispielsweise, das Ganze mithilfe von Städtebauförderung auf den Weg zu bringen“, sagt er. Dabei würde finanzielle Hilfe von Bund und Land fließen. Zunächst muss die Stadt aber einen Antrag auf die Hilfe stellen und die Entscheidung der Behörden abwarten.

Die eigentlich geplante, schnelle Sanierung der Ballsäle war im vergangenen Jahr abgesagt worden. Die Kosten werden mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Das kann die städtische Wohnungsgesellschaft Freital (WGF), die das Gebäude von privat gekauft hatte, nicht allein stemmen. Deswegen ist die Stadt mit der WGF auf der Suche nach Fördermitteln. Die Elektrik ist veraltet, die Abwasserleitungen sind in die Jahre gekommen, die Kegelbahn ist nach dem Hochwasser 2002 Geschichte, und die Säle haben die besten Jahre hinter sich. In den großen Saal dürfen nur noch maximal 290 Gäste gelassen werden, aus Sicherheitsgründen.

Zuletzt konnte immerhin in die Brandmeldeanlage, eine Notbeleuchtung und einen Bestuhlungsplan investiert werden, damit das Haus überhaupt weiter geöffnet werden kann. Die Genehmigung gilt nun bis November 2019.

Wie Rathaussprecher Weigel betont, ist deswegen eine schnelle Entscheidung angedacht. Sollte die Fördermittelfrage geklärt sein, muss sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen und eventuell über den meist nötigen Eigenanteil der Stadt entscheiden. „Die politische Entscheidung sollte für den Haushalt 2019/2020 angestrebt werden, weil die temporäre Betreibererlaubnis dann ausläuft“, so Weigel. Heißt konkret: Mit dem Ende der Haushaltsverhandlungen, das zum Jahreswechsel 2018/2019 zu erwarten ist, wird eine Entscheidung zur Zukunft der Ballsäle stehen. Anschließend könnte es mit der Sanierung relativ schnell gehen.

Die WGF hat die Sanierungsarbeiten schon so weit vorgeplant, dass der Bauantrag sofort bei der Stadt eingereicht werden kann. Nach Beginn des Baus sind laut Rathaus etwa 18 Monate für die Sanierung veranschlagt.

Pläne, das Haus anderweitig zu nutzen, spielen aktuell keine Rolle, wie Rathaussprecher Weigel betont. Denkbar wäre theoretisch, dass die WGF das Haus entweder selbst zu einem Wohnhaus umbaut und vermietet oder an einen Privatinvestor weiterverkauft.

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„Oberbürgermeister Uwe Rumberg hat immer wieder betont, dass ihm ein Fortbestand des BC als ein letzter großer derartiger Veranstaltungsort in Freital wichtig ist und er sich nach Kräften für einen Erhalt und eine Lösung einsetzen wird“, so Weigel. „Er hat jedoch von Anfang an auch eingeräumt, dass eine Finanzierung rein seitens der WGF wirtschaftlich nicht darstellbar sein wird und dass, wenn sich keine andere Finanzierungsoption findet, eine Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise mit dem BC getroffen werden muss.“