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Der Radebeuler Sonnenhof bekommt eine Wirtin

Fast ein Jahr stand eine der bekanntesten Kneipen am Dorfanger in Kötzschenbroda leer. Jetzt tut sich dort einiges.

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© Norbert Millauer

Von Peter Redlich

Die Frau mit dem blonden langen Haar ist Tiefbauingenieurin. Während des Studiums hat sie in Kneipen gejobbt, in der Gastronomie ihren damaligen Mann kennengelernt und ist letztlich selbst Wirtin geworden.

Heute ist die 44-jährige Radebeulerin vor allem in der Dresdner Restaurantlandschaft eine Frau mit gutem Namen. Ute Stöhr hat beispielsweise den „Landstreicher“ am Elbufer in Pieschen aufgebaut und betreibt mit ihrem Mann Matthias Stöhr das Schießhaus am Schützenplatz in Dresdens Innenstadt. Die Mannschaft in Küche und Gastraum hält ihr zumeist schon weit über ein Jahrzehnt die Treue. So eine Bodenständige hat der Vermieter von Gaststätte und dem Gesellschaftsraum in der ehemaligen Scheune gesucht. Friedrich Kozka hatte vorher Holmer Gottsmann, der auch Stumpfs Hof am Anger betreibt, als Pächter im Sonnenhof. Beide haben sich getrennt. Gottsmann hatte den Namen Sonnenhof an der Angerseite überstreichen lassen und die Gaststätte Wirtshaus genannt.

Der ehemalige Hof auf der Nordseite des Dorfplatzes war die letzte Baulücke. Ab 2006 hatte Architekt Frank Mehnert die Entwürfe für das Grundstück umgesetzt und die alten Bauten im Hof mit dem Neubau geschickt verbunden.

Während des Leerstandes des Restaurants, zu dem auch Gästezimmer in der oberen Etage gehören, habe es viele Interessenten für die Wirtschaft mit der Adresse Altkötzschenbroda 26 gegeben. Dennoch war nicht der oder die Richtige dabei, sagt Kozka, der sich einen beständigen Mieter auf lange Zeit wünsche. Mit Ute Stöhr, die sich in Radebeul auskennt, hofft er diese gefunden zu haben. Mittlerweile ist die neue Wirtin mittendrin in der Neueinrichtung des Restaurants. „Als ich mit Leuten hier über das Restaurant sprach und den Namen Wirtshaus nannte, sagten mir viele: Auch, sie meinen den Sonnenhof.“ Da sei ihr klar gewesen, dass sie diesen Namen wieder an den Giebel schreiben werde.

Eine golden gestrichene Wand, eine goldene Metallsonne, die freigelegten Bruchsteinmauern – ansonsten wollen sie sich mit üppiger Dekoration zurückhalten, sagt Ute Stöhr. Ein Gasthaus mit sächsisch-bürgerlicher Küche solle es werden. Im Schießhaus stehen Lammhaxe, Riesenschnitzel, selbst gefertigte Rouladen und Senfeier zu Preisen von gut fünf bis etwa 18 Euro auf der Speisekarte. Das Bier wird in klein, mittel und groß ausgeschenkt. So ähnlich plane sie es im Sonnenhof auch, sagt die neue Wirtin. „Schuster bleib bei deinen Leisten“, gibt sie sich und ihren Mitarbeitern als Motto. „Diese Art Küche können wir gut und hoffen, dass sie auch in Radebeul angenommen wird“, so Ute Stöhr

70 Plätze würden im Gastraum eingerichtet, 50 im Gesellschaftsraum und etwa 70 im Biergarten im Hof. Die ersten Möbel sind auch schon angeliefert. Lampen werden gerade angebracht. Die Familie – wie etwa die Eltern – helfen dabei.

Am 28. März soll Eröffnung im Sonnenhof sein. Mit viel Frühlingswetter, so wünschen es sich die Stöhrs.