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Der Radweg kommt

Zwischen Ebersbach und Friedersdorf ist das Radeln auf der B 96 gefährlich. Bis 2025 soll das Problem abgestellt sein.

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© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Der Rad- und Wanderrastplatz ist schon da. Direkt an der Bundesstraße 96 am Ortsausgang Ebersbach in Richtung Friedersdorf auf Höhe der sogenannten Freud’schen Häuser ist bereits im Sommer 2011 Dank Fördermitteln ein Rastplatz für Wanderer und Radler errichtet worden. Der Radweg, auf dem dieser Platz angesteuert werden kann, fehlt jedoch noch immer.

Schön ist er, der Rastplatz. Robust und übersichtlich gestaltet, mit Platz zum Ausruhen und Rasten. Und zum Spielen für Kinder. Nur Wanderer oder Radler sieht man dort sehr selten, auch nicht im Sommer bei bestem Radlerwetter. Der Grund dafür ist bekanntermaßen der fehlende Radweg, der Ebersbach und Friedersdorf verbindet. Und so verzichten wohl viele der Pedalritter darauf, die Strecke zwischen Ebersbach und Friedersdorf mit dem Rad zurückzulegen, denn es herrscht viel Verkehr auf der B 96. Zwar fahren derzeit nur wenige Lastkraftwagen diese Strecke entlang, weil wegen der Bauarbeiten an der B 96 in Ebersbach der Lkw-Verkehr großräumig umgeleitet wird. Aber spätestens im August des nächsten Jahres wird sich das ändern. Dann sollen die Baustelle Geschichte und die Umleitung nicht mehr nötig sein. Das Radfahren auf diesem Abschnitt der Bundesstraße ist und bleibt gefährlich, da Radler und Fahrzeuge sich die Straße teilen müssen.

Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Bis spätestens zum Jahr 2025 soll der Radweg fertig sein. Das sagte Andreas Biesold, Leiter der Niederlassung Bautzen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) vor Kurzem im Stadtrat von Ebersbach-Neugersdorf. Dieser Radweg gehört beim Landesamt in die Kategorie A. Und die hat die höchste Priorität. Die Verbindung zwischen Ebersbach und Friedersdorf ist eine von zwölf Vorhaben des Lasuv an einer Bundesstraße, die bis zum Jahr 2025 gebaut werden sollen.

Ob dem Ebersbach-Neugersdorfer Bauamtsleiter Matthias Lachmann bei dem Vortrag von Andreas Biesold seine Aussage von vor sechs Jahren in Erinnerung kam, ist nicht bekannt. Als die Oberlandstadt seinerzeit vom Lasuv auf unbestimmte Zeit mit dem Radewegebau vertröstet wurde, hatte Lachmann mit einem Augenzwinkern gesagt: „Aber wenn er dann kommt, können wir schon einen Rastplatz anbieten.“ Das scheint nun einzutreffen, vorausgesetzt, der Platz bleibt von Vandalismus verschont und wird nicht zerstört oder beschädigt, wie so viele andere Dinge in der Oberlandstadt.

Wann genau Rastplatz und Radweg gemeinsam genutzt werden können, ist auch derzeit mit keiner Jahreszahl zu benennen. „Eine seriöse Aussage dazu kann ich nicht treffen“, sagte der Niederlassungsleiter. Sicher ist nur, dass 2018 mit der Planung des Radweges begonnen werden soll. Die Vorbereitungen dafür seien im Gange. Das versicherte Andreas Biesold. Zuvor müsse jedoch entschieden werden, auf welcher Seite der Fahrbahn der künftige Radweg verlaufen soll. Gebaut werden könne zudem erst, wenn alle für den Radweg benötigten Grundstücke zur Verfügung gestellt werden. Das sei manchmal ein langwieriger Prozess, wenn es sich um Flächen handelt, die Privateigentum sind. Dann müsse mit den Privatleuten verhandelt werden. Nicht jeder wolle die Flächen tatsächlich auch abgeben. Die Gründe dafür seien sehr unterschiedlich. Wie es sich für den Radweg zwischen Ebersbach und Friedersdorf mit dem Eigentum der Flächen verhält, dazu sagte Biesold nichts. Er nahm jedoch mit auf den Weg, dass die Stadträte so schnell wie möglich eine Anbindung des Rastplatzes an der B 96 an einen Radweg wünschen. Der Lasuv-Leiter offerierte den Stadträten, dass die Stadt als Träger öffentlicher Belange in den Planungsprozess für den Radweg eingebunden werde. Nachfragen zum Planungsstand seien jederzeit möglich.

Weitere fehlende Radwege in der Oberlandstadt beschäftigen die Stadträte. Beispielsweise an der Staatsstraße 148, der Rumburger Straße, in Ebersbach. Sie werde zwischen dem ehemaligen Gasthaus Goldener Löwe und der Aral-Tankstelle häufig von Schülern der Andert-Oberschule genutzt. Dort gibt es nur bis zur Adam-Ries-Straße einen Fuß- und Radweg. Hier wünschen sich die Stadträte die Verlängerung des Weges für mehr Sicherheit vor allem für Schüler. Derzeit gebe es beim Lasuv jedoch keine Planung für einen Radweg an der Rumburger Straße. Niederlassungsleiter Biesold nahm die Anfrage der Stadträte mit in sein Amt und wird zu gegebener Zeit eine Antwort übermitteln.