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Dippoldiswalde

Der Schneedecke ging es an den Kragen

Zwischen Winterorkan und Bilderbuchfrühling war alles dabei. Die Wetterbilanz des Monats März in der Region.

Eine ordentliche Kopfbedeckung, dann halten Unentwegte wie Bernd Alber (re.) und Michael Kunath sogar eine Wassertemperatur von vier Grad beim Anbaden Mitte März in der Malter aus. © Frank Baldauf

Wie es sich für den März im Osterzgebirge gehört, war das Wetter abwechslungsreich. Zunächst brachte eine Westwetterlage ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen in unsere Region, sodass es sehr wechselhaftes Wetter mit Regen, Sonne und Wind gab. Mitunter wurden auch im Tiefland noch einmal Schneeflocken gesichtet. Im Gebirge ging es der Schneedecke dabei langsam an den Kragen.

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In der Nacht vom 9. zum 10. März sauste eine Kaltfront, teils mit Blitz und Donner sowie orkanartigen Böen über uns hinweg und hinterließ gerade im Gebirge, wo die Böen über 100 Stundenkilometer erreichten, einige Schäden. Doch das war nur ein Vorgeschmack auf die folgende Nacht. Das Orkantief „Eberhard“ wütete in Sachsen teils mit voller Orkanstärke. Im Osterzgebirge tobte sich der Wind mit Spitzen bis zu 109 Stundenkilometer, die an der Wetterstation Zinnwald-Georgenfeld gemessen wurden, und auch mit über 100 Stundenkilometern in tieferen Lagen aus. Gesperrte Bahnstrecken und Straßen, abgedeckte Dächer und ein noch größeres Chaos in den ohnehin schon gebeutelten Wäldern waren die Folge. Diese Wetterlage brachte gleich drei Gewittertage hintereinander.

Mit dem Sturm kam dann auch der Schnee wieder ins Gebirge. Die eingeflossene Polarluft brachte Schneeflocken bis ins Flachland hinunter und zunächst eine Mini-Schneedecke in den Hochlagen, aber am 11. wurde es hier wieder richtig weiß. Am Morgen des 15. konnten die fleißigen Melder des Wettervereins in Zinnwald-Georgenfeld am Hochmoor noch einmal 46 Zentimeter Schnee messen. Auch zum Ende der Dekade wurde es noch mal richtig kalt, wieder wurden in Dohna Schneeflocken beobachtet, auch Reif gab es fast überall.

Die letzten zehn Tage zeigte sich das Märzwetter vollkommen anders: Ein Hochdruckgebiet baute sich in Mitteleuropa auf und so gab es ab dem 20. März einen Frühlingsanfang, wie er im Buche steht. In tieferen Lagen steigen die Temperaturen über 20 Grad, in Dohna bis auf 21,9 Grad. Selbst an der Wetterstation Zinnwald-Georgenfeld stieg das Thermometer am 23. auf für März sehr untypische 15,3 Grad.

© Tabelle: SZ

Ein kleines Schlechtwettergebiet suchte uns noch einmal zwischen 24. und 27. heim, danach lachte wieder die Sonne. Allerdings schmolz nun auch die Schneedecke auf dem Erzgebirgskamm zusammen, am 30. März lagen auch in Zinnwald-Georgenfeld nur noch Schneeflecken. Doch mit dem zurückgehenden Schnee wurden die Folgen dieses Winters im Wald deutlich – überall gebrochene Äste und umgestürzte Bäume. Insgesamt war der Monat wieder viel zu warm. So wenige Frosttage wie dieses Jahr gab es noch nie im März. (N. Märcz)

Der Autor ist Vorsitzender des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld.

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