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Der Schock nach dem Brand

Die Feuerwehr konnte ein Einfamilienhaus in Birkenhain nicht mehr retten. Die Bewohnerin hat alles verloren.

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© Roland Halkasch

Von Verena Schulenburg

Wilsdruff. Es war gegen 22.50 Uhr, als der Notruf am Sonnabend bei der Feuerwehr einging. Keine zehn Minuten später standen die Löschzüge vorm Haus. Doch da schlugen die Flammen schon lichterloh aus dem Dach des Einfamilienhauses im Wilsdruffer Ortsteil Birkenhain.

Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die Flammen bereits durch das Haus in Birkenhain gefressen. Abgesehen von der Hitze war es bereits so baufällig, dass es nicht mehr hätte betreten werden können.Fotos:
Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die Flammen bereits durch das Haus in Birkenhain gefressen. Abgesehen von der Hitze war es bereits so baufällig, dass es nicht mehr hätte betreten werden können.Fotos: © Roland Halkasch
Auch von der Drehleiter aus versuchten die Männer, zu löschen.
Auch von der Drehleiter aus versuchten die Männer, zu löschen. © Roland Halkasch

„Das Feuer hatte bereits auf das ganze Haus übergegriffen“, sagt Siegfried Sautner. Der Chef der Wilsdruffer Ortswehr war die ganze Nacht vor Ort und kämpfte zusammen mit insgesamt 70 Kameraden der Feuerwehren aus Wilsdruff, Limbach, Helbigsdorf, Grumbach, Kesselsdorf, Kaufbach und der Stadt Freital gegen den riesigen Brand. Temperaturen von minus acht Grad Celsius in der Nacht erschwerten die Arbeiten. „Wir mussten achtgeben, dass die Schläuche immer Druck hatten und sie uns nicht einfrieren“, erklärt Sautner. Dies habe zum Glück auch reibungslos funktioniert. Lediglich ein Schlauch platzte zwischenzeitlich. „Bei so einem Einsatz ist das aber normal“, sagt er. Auch aus der nahe gelegenen Kleinen Triebisch wurde Wasser zum Löschen geholt. Obwohl die Feuerwehren mit drei Schläuchen und Drehleiter gegen das Inferno ankämpften, war das Haus auf der Schmiedewalder Straße nicht mehr zu retten. „Wir hatten keine Chance“, sagt Siegfried Sautner.

Betroffener Feuerwehrchef

Das zu DDR-Zeiten erbaute Wohnhaus brannte vollständig aus. Nach etwa drei Stunden war der Brand schließlich gelöscht. Bis in die Morgenstunden aber hielten die Feuerwehrleute Brandwache und sorgten dafür, dass wieder aufkommende Glutnester gelöscht wurden.

Wie die Polizei mitteilt, konnte die 48-jährige Bewohnerin rechtzeitig ihr Haus verlassen und sich in Sicherheit bringen. Den Notruf habe sie noch selbst gewählt – wohl zeitgleich mit Nachbarn, die ebenfalls zum Telefon griffen, als sie die Flammen aus dem Dach lodern sahen. Die alleinige Bewohnerin des Hauses steht unter Schock, blieb aber unverletzt, ebenso eine weitere 40-jährige Frau aus dem Ort, die zu dem Zeitpunkt bei ihr war, erklärt Norbert Schilling von der Polizeidirektion Dresden.

Der Schaden beläuft sich nach Schätzungen der Polizei auf rund 300 000 Euro. Aufgrund der örtlichen Randlage des Einfamilienhauses wurden keine umliegenden Gebäude zerstört.

Wie es zu dem verheerenden Brand kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Hausbewohnerin soll kurz vor dem Unglück einen Dauerbrandofen im Haus angeheizt haben. Sie selbst habe wohl noch eine ungewöhnliche Hitzeentwicklung im Schornstein beobachtet, die vermutlich aufs Dach übergegriffen haben könnte, sodass das Feuer schließlich im Dachgeschoss des Gebäudes ausbrach. Konkret ermittelt dazu derzeit aber noch die Polizei.

Die 48-jährige Frau, die an diesem Abend nicht nur ihr Haus, sondern alles Hab und Gut verlor, ist noch dieselbe Nacht im engen Familienkreis in Dresden untergekommen. „Wir haben unseren Job gemacht, aber die Betroffene steht nun da – vor nichts“, sagt der Wilsdruffer Ortswehrleiter Siegfried Sautner betroffen.

Bürgermeister bietet Hilfe an

Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) war am Sonntagmorgen in Birkenhain, um sich ein Bild von dem Ausmaß des schlimmen Brandes zu machen. „Ich habe bereits mit der Betroffenen telefoniert und unsere Hilfe angeboten“, sagt er gegenüber der SZ. In erster Linie wolle die Stadt möglichst unbürokratisch bei anstehenden Behördengängen unterstützend wirken und auch Kontakt mit der Versicherung der Betroffenen aufnehmen, um alles Weitere zu klären. Auch die Hilfestellung in Bezug auf Sach- und Geldspenden für die Birkenhainerin könne sich die Wilsdruffer Rathausspitze vorstellen. Dazu wolle man rechtzeitig informieren.