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Bautzen

Der Schritt ins Erwachsensein

Im Bautzener Theater fanden am Sonnabend die ersten Jugendweihen des Jahres statt. Die Festrede kam gut an.

Am Sonnabend begannen in Bautzen die Jugendweihefeiern. Zu den ersten, die im Theater den Schritt ins Erwachsensein vollzogen, gehörten 46 Schüler des Schiller-Gymnasiums.
Am Sonnabend begannen in Bautzen die Jugendweihefeiern. Zu den ersten, die im Theater den Schritt ins Erwachsensein vollzogen, gehörten 46 Schüler des Schiller-Gymnasiums. © Carmen Schumann

Bautzen. Wann erfolgte nun der Schritt ins Erwachsenensein? War es jener eine Schritt auf der Bühne des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters, den alle Jugendweiheteilnehmer nach dem Aufrufen ihres Namens vollzogen? Oder war es der fast unmerkliche Übergang in der Festrede von Landrat Michael Harig vom „Du“ zum „Sie“? Wie dem auch sei, mit dem feierlichen Akt sind am Sonnabend 46 Schüler des Bautzener Schiller-Gymnasiums in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen worden. Ebenfalls am Sonnabend fand auch die Festveranstaltung für die 23 Achtklässler des Melanchthon-Gymnasiums statt.

Insgesamt erhalten 590 junge Leute aus dem Landkreis in diesem Jahr ihre Jugendweihe. Die Vorbereitungen dafür liegen in den Händen des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe. Regionalkoordinator Jürgen Lublow, der den Jugendweihe-Teilnehmern ihr Geschenkbuch überreichte, freut sich über das rege Interesse von Eltern und Schülern. Wie er sagt, fanden bereits Elternabende für die Jugendweihe im kommenden Jahr statt. „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen bereits 600 Anmeldungen vor“, sagt er. Für ihn erfreulich sei, dass darunter auch Schüler von kirchlichen Schulen sind, die zwar nicht im Klassenverband teilnehmen, sondern von den Eltern individuell angemeldet werden. Sehr gut sei auch die Zusammenarbeit mit den Elternsprechern, die bereits in der siebenten Klasse beginnt. Schließlich müssen die Termine abgestimmt und die Räumlichkeiten angemietet werden. Unter diesem Gesichtspunkt würde es Jürgen Lublow sehr begrüßen, wenn die Bautzener „Krone“ wieder für Jugendweihefeiern zur Verfügung stünde. Da dort eine größere Platzkapazität als im Theater vorhanden ist, könnte die Zahl der Feiern reduziert werden. Bei seinem Besuch zum Denkmaltag sei er sehr erstaunt über den guten Zustand der Räumlichkeiten gewesen, sagt Jürgen Lublow.

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Landrat hielt die Festrede

In Vorbereitung auf ihre Jugendweihe hatten die Achtklässler unter anderem die JVA Bautzen und die Gedenkstätte besucht. Großen Zuspruchs erfreuten sich auch Veranstaltungen zum Thema gutes Benehmen bei Tisch, Erste Hilfe oder ein Besuch auf dem Dresdner Flughafen.

Die Festrede von Landrat Michael Harig (CDU) kam sowohl bei den jungen Leuten, als auch bei ihren Eltern und Großeltern gut an. Die Jugendweihe sei der Startschuss für einen langen Weg ins Erwachsenenleben, sagte er. Für alle stelle sich die Frage, wo die Reise hingehen soll. Auf alle Fälle lohne es sich, im Landkreis Bautzen zu leben, sagte der Landrat. Er legte den Jugendlichen ans Herz, sich ihre eigene Meinung zu bilden und sich die Frage zu stellen, was wichtiger ist, sich an den Mainstream anzupassen oder Dinge kritisch zu hinterfragen. Die junge Schwedin Greta Thunberg habe mit ihrem Tun das Bewusstsein geschärft, dass wir nur eine Erde haben. Die Demokratie brauche mündige Bürger, die sich einmischen. Doch würden Regeln dauerhaft verletzt, könne eine Demokratie auch zugrunde gehen. Meinungsstreit und berechtigte Kritik seien notwendig, aber es müsse dabei zivilisiert zugehen.

Im Namen seiner Mitschüler bedankte sich Pascal Lehmann für die Feier. Er sagte: „Es wird wohl noch eine Weile brauchen, bis wir lernen, Verantwortung zu tragen. Und an die Eltern gerichtet: „Wir wissen, dass Ihr das Beste für uns wollt, auch wenn wir das nicht immer zugeben!“