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Der schwierige Weg zum Beruf

Zwei Schüler, die schon lange suchen, freuen sich auf Schmiedebergs erste Berufswahlmesse. Wem noch geholfen wird.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten ist groß. Heute ist es sogar so, dass Unternehmen und Einrichtungen auf der Nachwuchssuche sich bei den künftigen Mitarbeitern präsentieren. So kommen über 50 Aussteller am Mittwoch kommender Woche an die Oberschule Schmiedeberg zur ersten gemeinsamen „Berufswahlmesse Osterzgebirge 2018“ der Oberschulen Schmiedeberg, Geising und Dippoldiswalde.

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Dort werden dann auch Julian Hick und Hans-Christian Müller anzutreffen sein, zwei Schüler der neunten Klassen der Oberschule. Sie haben bei der Suche nach dem richtigen Beruf bereits ihre ersten – auch durchwachsenen – Erfahrungen gemacht.

Für Julian sieht sein Weg recht klar aus. Schon als Kind wollte er Notfallsanitäter werden. „Blaulicht, die Autos, das fand ich schon immer cool“, erzählt der 15-Jährige. Er ist auch beim Jugendrotkreuz in Dippoldiswalde aktiv und macht derzeit seine Ausbildung zum Rettungsschwimmer.

Aber ist das auch wirklich das Richtige? Diese Frage half ihm Sandra Dietrich zu beantworten. Sie ist Praxisberaterin an der Oberschule, ein Projekt, das der Bildungsträger FAW in Dresden mithilfe des Kultusministeriums und der Arbeitsagentur anbietet. Die Beraterin hat Julian unterstützt, einen Praktikumsplatz in der Notaufnahme des Städtischen Klinikums Dresden-Neustadt zu bekommen, für zwei Wochen in den vergangenen Sommerferien. Ohne ihre Hilfe hätte das wahrscheinlich nicht geklappt.

„Ich habe erst einmal beim Saubermachen geholfen, durfte dann auch Blutdruck messen oder mit dabei sein, wenn ein Arzt mit Patienten gesprochen hat“, erzählt er. Das hat seinen Berufswunsch bestätigt, und er hat dann gleich noch das Schulpraktikum in der 9. Klasse dort im Krankenhaus in der Neurologie absolviert. Nun macht er sich Gedanken, wo er sich bewerben will für die Ausbildung zum Notfallsanitäter.

Hans-Christian Müller hat auch schon zwei Praktika hinter sich und dabei festgestellt, dass er diese Berufswege nicht einschlagen will. Erst hat er eine Woche bei Sachsenforst mitgearbeitet. Dafür interessierte er sich, weil sein Onkel im Forst gearbeitet hat. „Die Arbeit war schon spannend, aber auf Dauer kann ich mir das nicht vorstellen“, sagt der 15-Jährige. Sein Schulpraktikum hat er dann in einem Feinmechanikbetrieb gemacht. „Dort war ich im Waschraum eingesetzt, musste die Teile saubermachen und mit Druckluft trocknen. Aber auch das ist nicht mein Weg“, stellt er fest. Er ist dennoch froh, dass er die Praktika gemacht hat. „Ich habe so doch die Erkenntnis, dass das nichts für mich ist.“ Nun kommt er auf ein anderes Interessengebiet zurück, den medizinischen Bereich. Da hat er einen familiären Hintergrund, da seine Mutter Ärztin ist.

Beide werden sie am kommenden Mittwoch die Berufswahlmesse nutzen, um zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt. Julian gehört zum Organisationsteam, das den Ausstellern ihre Plätze zuweist. Sandra Dietrich hat die Veranstaltung zusammen mit Peter Feine vom Impro-Verband organisiert. Speziell hat sie dafür die Eltern der drei beteiligten Oberschulen und des Glückauf-Gymnasiums angeschrieben, aber auch Jugendliche aus anderen Einrichtungen sind zur Messe willkommen.

Die Berufswahlmesse in der Oberschule Schmiedeberg dauert am 18. April von 14.30 bis 18 Uhr. Für die Jugendlichen wird eine Tombola angeboten. Um 17.30 Uhr beginnt ein Vortrag für Eltern zur Berufsorientierung.