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Der Stadt fehlen Radweg-Planer

Der Fahrradclub schlägt Alarm: Im neuen Haushalt gibt es kein Geld für mehr Mitarbeiter. Dabei sind dieses Jahr schon drei Radfahrer in Dresden gestorben.

© dpa

Von Kay Haufe

Gesund und Fit

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Die Ausgangssituation ist so günstig wie nie: Gerade hat die Verwaltung das neue Radwegekonzept vorgelegt, nach dem ein rund 830 Kilometer langes Hauptroutennetz für den Alltagsverkehr entstehen soll. Bisher können Radfahrer nur 400 Kilometer Strecke nutzen. Etwa 45 Millionen Euro wären nötig, um das Konzept umzusetzen. Davon könnten 30 Millionen aus Fördertöpfen kommen. Doch was so gut klingt, kann wohl nicht umgesetzt werden.

Denn in Dresden fehlen Planer, die Radwege und Verbindungen konzipieren. Bereits im laufenden Haushalt konnten nur drei von zwölf vorgesehenen Radprojekten gebaut werden, weil es für die anderen keine Entwürfe gab. Mindestens sechs neue Planerstellen fordert deshalb der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). „Doch im neuen Haushaltentwurf für 2017/18 ist überhaupt kein Geld dafür vorgesehen“, sagt der Dresdner ADFC-Chef Nils Larsen. Er hofft nun, dass die Stadtratsfraktionen die Prioritäten im Haushalt ändern. Immerhin belegt Dresden bundesweit den Spitzenplatz bei Radfahrunfällen. Bis zu 100 Fahrer würden im Jahr schwer verletzt. Dieses Jahr starben bereits drei. Das liegt aus Sicht des ADFC an veralteter oder nicht vorhandener Radinfrastruktur.

Die CDU sieht durchaus die Chance, die das neue Radwegekonzept bietet. „Es wäre wünschenswert, mehr für Radfahrer zu tun. Nur hat die Verwaltung selbst überhaupt kein Geld für zusätzliche Planer vorgesehen. Und wir haben keine Haushaltsposition gefunden, wo das Geld herkommen könnte“, sagt Gunter Thiele, der verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion. Ihm sei klar, dass viele Fördermittel winken. Das gelte auch für alle anderen Verkehrsbauten. „Diese müssen bis zum nächsten Doppelhaushalt warten, dann sind unsere Schwerpunkte andere .“

So lange will Johannes Lichdi von den Grünen nicht warten. „Wir stimmen deshalb dem Haushalt in seiner jetzigen Form nicht zu“, sagt der Verkehrsexperte seiner Fraktion. Er wisse, dass auch andere Teile von Rot-Grün-Rot dem Radverkehr in Dresden mehr Priorität einräumen wollen. „Bisher hat es Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz nicht geschafft, das zur Verfügung stehende Geld zu verbauen, weil die Planer fehlten. Das kann nicht so weitergehen“, sagt Lichdi.