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Gemeinschaftsgrab liegt im Trend

Für elf Friedhöfe gibt es jetzt eine gemeinsame Ordnung. Das macht Vieles einfacher.

© André Braun

Von Elke Braun

Waldheim/ Geringswalde. Friedhöfe von A wie Altgeringswalde bis Z wie Zettlitz liegen in der Obhut des evangelisch-lutherischen Kirchspiels Waldheim-Geringswalde. Insgesamt sind es elf an der Zahl: in Altgeringswalde, Beerwalde, Geringswalde, Grünlichtenberg, Hermsdorf, Knobelsdorf, Otzdorf, Reinsdorf, Tanneberg, Waldheim und Zettlitz. Seit diesem Jahr verfügt die Gemeinde über eine neue Friedhofsordnung. „Da es auf fast allen Friedhöfen unterschiedliche Regelungen gab, was zum Beispiel die Grabgestaltung betrifft, haben wir uns für eine Vereinheitlichung entschieden“, sagt Pfarrer Klaus Tietze. Das bringe eine bessere Vergleichbarkeit und ein besseres Miteinander. Da alle elf Friedhöfe in Betrieb sind, brauche es schon eine gewisse Ordnung, aber die Vereinheitlichung mache die Arbeit für die Friedhofsmitarbeiter leichter und übersichtlicher. „Viele Regelungen wurden gelockert und der heutigen Zeit angepasst“, so der Pfarrer. So habe es auf einigen Friedhöfen starke Reglementierungen gegeben, was etwa die Bepflanzung der Gräber betrifft oder den Anteil und die Gestaltung mit Steinen. „Teilweise war sogar die Farbe der Kieselsteine vorgeschrieben. Das ist also deutlich allgemeiner worden“, so Klaus Tietze.

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Bestattungen werden auf allen Friedhöfen des Kirchspiels Waldheim-Geringswalde vorgenommen. Den größten Anteil haben dabei die Urnenbestattungen. Sie nehmen im Vergleich zu den Erdbestattungen etwa drei Viertel ein, sagt der Pfarrer.

Columbarien oder einen Bestattungswald gebe es im Bereich des Kirchspiels derzeit noch nicht. „Tatsächlich wollen wir aber auch auf diesem Gebiet mit der Zeit gehen“, so Klaus Tietze. Allererste Gedanken gebe es darüber, zum Beispiel in der Region um Geringswalde einen Bestattungswald einzurichten. Ein konkreter Plan existiere aber noch nicht.

Immer mehr Menschen bevorzugen die sogenannten pflegevereinfachten Gräber, hat Tietze in den zurückliegenden Jahren festgestellt. Das sind in den meisten Fällen Gemeinschaftsgräber. Oft würden zudem die Pflegearbeiten in die Hände der Friedhofsverwaltung gegeben. „Zumeist haben die Verstorbenen das vorher schon selbst so festgelegt, weil sie wissen, dass ihre Angehörigen sich nicht hinreichend um die Grabpflege kümmern können“, sagt Tietze. So sei es ja manchmal witterungsbedingt erforderlich, die Pflanzen täglich zu gießen. Das könnten die Angehörigen nicht immer realisieren. „Die Bevölkerung ist einfach nicht mehr so ortsansässig, wie sie es noch vor Jahren war.“ Der Trend zum Gemeinschaftsgrab zeige sich vor allem auf den Friedhöfen in den Städten, während auf dem Dorf noch die Grabpflege nach althergebrachtem Vorbild betrieben werde. Dort seien oftmals die Familienverbände noch stärker zusammen.

An den Gebühren, die für die Leistungen rund um die Bestattungen und Grabpflege erbracht werden müssen, ändere sich durch die neue Friedhofsordnung nichts. „Aber wir müssen auch hier mit der Zeit gehen“, so der Pfarrer. Momentan erarbeite der Kirchenvorstand eine neue Friedhofsgebührensatzung, die voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll. „Viele Kosten, die im Zusammenhang mit einer Bestattung auflaufen, sind angestiegen.“ Wirtschaftliches Arbeiten habe auch in diesem Bereich Priorität. „Es muss am Ende eine schwarze Null herauskommen.“