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Der Überbringer schlechter Nachrichten

Unter Geschäftsführer Leroff ist die Dohna-Chemie-Brache saniert worden. Neue Firmen dürfen aber hier nicht drauf, vorerst.

© Archivfoto: Norbert Millauer

Von Heike Sabel

Es gibt schlechte und weniger gute Nachrichten. Klaus Leroff ist ein Mann für solche Nachrichten. Bei der Sanierung des Dohna-Chemie-Geländes musste er als Geschäftsführer in den vergangenen Jahren mehr solche, als richtig gute Nachrichten verkünden. Nun hängt es wieder an ihm, zu begründen, warum sich auf der Industriebrache nichts tut.

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Dabei war es vor zwei Jahren nach langer Vorbereitung endlich richtig losgegangen. Der Schornstein verschwand, die Bodlitz bekam einen neuen Kanal, das Chloroformlager, als einer der am stärksten belasteten Bereiche, wurde saniert. Am Ende wurde sogar mehr Fläche saniert, als der Auftrag vorsah. Im Sommer 2016 war man fertig. Damit wurde der Zeitplan eingehalten. Es hätte also mit der Ansiedlung von Firmen losgehen können. Ein Investor prüfe derzeit baurechtlich und finanziell, ob und wie er die Fläche nutzen kann. Groß genug sei sie, sagt Leroff. Bisher gibt es nur die Solaranlage auf einer Randfläche.

Der Grund für den aktuellen Stillstand ist das Gutachten zur Sanierung. In dem steht nämlich: Die Sanierung eines Kellers war nicht erfolgreich, weil er nach wie vor etwa 1,2 Tonnen Schadstoffen jährlich in die Müglitz gibt. „Dies will man nicht unbedingt hören, und deshalb stockt es etwas“, sagt Leroff. Es gebe zwar einen Vorschlag des Gutachters, wie man das Problem lösen könne, doch nun sei das Landratsamt am Zug. Das müsse entscheiden, wie es weitergeht.

Schließlich ist es die Behörde, die sagt, was wie saniert werden muss. Das Geld kommt vom Freistaat. Nun warten Dohna und Leroff auf eine Entscheidung. Wann sie kommt, lässt das Landratsamt offen. Zwar liegen erste Ergebnisse der Grundwasserproben vor, die für die Beurteilung auch wichtig sind, doch es gebe auch noch Nachfragen zu unvollständigen Unterlagen. „Die liegen seit geraumer Zeit vor, man muss halt seine Akten einsehen“, sagt Leroff.

Leroff hofft auf eine baldige Lösung, der auch der Freistaat zustimmt, denn der muss ja das Geld geben. Bisher sieht es nicht danach aus, dass er das will. „Der Freistaat ist der Meinung, dass der Nutzen zu den Kosten zur weiteren Sanierung nicht gegeben ist“, sagt Leroff. Immerhin hat Sachsen schon fünf Millionen für die Chemiebrache ausgegeben.

Klaus Leroff macht nun, was er seit Jahren in Dohna macht. Er wirbt um Verständnis und hofft auf Geduld und Hartnäckigkeit. „Beides habe ich und werde nach wie vor dafür kämpfen, dass die Fläche möglichst bald genutzt werden kann.“ Einen Zeitplan für die Ansiedlung gibt es offiziell nicht. Klar, dass die Besitzer sie so schnell wie möglich wollen.