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Der virtuelle Stadtführer

Mit einer App können Touristen jetzt den Kultur- und Denkmalpfad erkunden. Nur gehen müssen sie noch selber.

© Thomas Eichler

Von Mario Heinke

Nach dem Handy-Parken hat die Stadt Zittau nun auch eine Kulturpfad-App im Online-Angebot. Das eine hat mit dem anderen zwar nichts zu tun, sichtbar wird jedoch der feste Wille von Kai Grebasch, der für das Stadtmarketing in der Verwaltung zuständig ist, die Digitalisierung an allen Fronten voranzutreiben. Zittau gehört damit zu den Vorreitern in Sachsen, sammelt Erfahrungen mit digitalen Lösungen und kann die verschiedenen Anwendungen miteinander verknüpfen, ergänzen und erweitern.

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Die Kulturpfad-App, eine Anwendungssoftware, bietet Besuchern jetzt die Möglichkeit eine Stadtführung ohne Stadtführer mit dem Smartphone oder Tablet zu unternehmen. Die App informiert über den Zittauer Kultur- und Denkmalpfad, zeigt dessen Verlauf auf einer Karte, bietet eine Route an und präsentiert die einzelnen Stationen des Kultur- und Denkmalpfades ausführlich in Wort und Bild. Besucher gelangen so zu den wichtigsten Informationen der 54 ausgewählten Sehenswürdigkeiten und Baudenkmale in der Stadt. Zur Einweihung des neuen touristischen Angebotes trafen sich Zittauer Stadtführer, Mitarbeiter des Tourismuszentrums und die Projektpartner aus dem tschechischen Hrádek nad Nisou im Stadtzentrum zu einem kleinen Stadtrundgang, um die digitale Neuheit ganz praktisch zu testen. Die Anwendung lief auf fast allen Smartphones einwandfrei.

Einige Teilnehmer begeisterten sich derartig für die Fotos, dass sie keinen Blick für die Originalgebäude verschwendeten, vor denen sie standen. Die Premiere ist zweifellos gelungen. Die App ist unter www.zittau-tour.de abrufbar. Die von der Agentur AV-Studio aus Halle/Saale konzipierte und programmierte Software läuft unmittelbar im Browser des mobilen Endgerätes. Benötigt wird lediglich eine mobile Datenverbindung. Künftig sollen in der Anwendungssoftware weitere Touren und Pfade wie beispielsweise der Zittauer Sagenpfad abgebildet werden.

„Die App ist keine Konkurrenz zu den Stadtführern“, beschwichtigt Elke Otto vom Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge die anwesenden Stadtführer. Viel mehr sei es so, dass Besucher zu allen Zeiten, auch wenn gerade keine Stadtführung angeboten werde, die Stadt erkunden können. Vor allem junge Leute ziehen gern auf eigene Faust los.

Mobil und interaktiv lässt sich jede Sehenswürdigkeit aus der App heraus direkt auf Facebook posten und mit einem Kommentar versehen. So erfährt der Rest der Welt über die sozialen Netzwerke, wo man gewesen ist. Internet und soziale Medien haben auch den Tourismus gehörig auf den Kopf gestellt. Dem Trend zur Digitalisierung stellen sich die touristischen Anbieter der Region. Gemeinsam mit der Stadt Hrádek nad Nisou und der Unterstützung der Euroregion Neiße ließ die Stadt Zittau in den vergangenen Monaten die App in deutscher und tschechischer Sprache erstellen. Im Rahmen eines Kleinprojektes der Europäischen Union entstand gleichzeitig eine zweisprachige Broschüre zum Denkmalpfad, die sich noch ganz analog durchblättern lässt.

www.zittau-tour.de