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Der wärmste Oktober seit 2001

Mitte des Monats gab es mehr als 25 Grad – und am Monatsende beobachtete die Wetterwarte ein seltenes Phänomen.

Von Lothar Rücker, Wetterwarte Görlitz

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Herbstlich kühl mit zeitweiligen Regenfällen sowie Wind startete der Oktober. Die Tagestemperaturen erreichten maximal 13 Grad, nachts gingen die Werte bis auf sechs Grad zurück. Letzte Regentropfen fielen in den Frühstunden des 4. Oktober. Danach setzte die Zufuhr sehr trockener und für die Jahreszeit ungewöhnlich warmer Luft ein. Das führte zur Wetterberuhigung und zum Temperaturanstieg auf nochmals sommerliche Werte. Am 9. Oktober überschritten die Temperaturen erstmals seit 27. September die 20-Grad-Marke. Das passierte nun an neun Tagen (!) in Folge. Vom 11. bis 15. Oktober entsprachen die Tagesmittelwerte mit 18 bis 19 Grad hochsommerlichen Juli- und Augustwerten und waren damit um bis zu neun Grad zu hoch. Der Höhepunkt wurde am 11. Oktober mit einer sommerlichen Tageshöchsttemperatur von 25,4 Grad erreicht. Somit brachte der Oktober nochmals einen „echten“ Sommertag. Zugleich wurde damit der für die zweite Oktoberdekade bestehende Temperaturrekord von 1995 übertroffen. Selbst die tiefsten Nachttemperaturen blieben vom 11. bis 15. Oktober zweistellig. Vom 9. bis 14. Oktober zeigte sich die Sonne täglich zehn bis elf Stunden. Der Südwind frischte ab den Mittagsstunden des 14. Oktober vor allem in Böen teils stark auf. In den Frühstunden des 15. Oktober konnten stürmische Windböen registriert werden. Erst in den Nachmittagsstunden beruhigte sich die Windsituation.

Ab 18. Oktober wurde es kühler, stark dunstig, zeitweise auch neblig – und in den Frühstunden des 19. Oktober setzte zudem Sprühregen ein. Die Sonne hatte ganztags gegen die dichten und tiefhängenden Wolken keine Chance. Mit einer Maximaltemperatur von zwölf Grad entsprachen die Temperaturen nun der Jahreszeit. In der klaren Nacht zum 22. Oktober trat leichter Bodenfrost auf. Bei zunehmend stark, ab den Abendstunden auch stürmisch auffrischendem Wind setzte am 23. Oktober zeitweiliger Regen und Sprühregen ein. Bis 25. Oktober bestimmte kühle und feuchte Meeresluft das Wettergeschehen. Bei zeitweiligem Regen und Sprühregen blieb es sehr windig. Die Sonne zeigte sich kaum. Ab 27. Oktober wurde spürbar kältere, aber weiterhin feuchte Luft herangeführt. In den Vormittagsstunden des 28. Oktober setzte lang anhaltender Regen ein. Die Temperatur erreichte an diesem Tag selbst die Fünf-Grad-Marke nicht mehr und ging in den Abendstunden bis auf 1,6 Grad zurück. Vorübergehend mischten sich erste Schneeflocken unter den teils kräftigen Regen. Dazu wehte ein in Böen starker Nordostwind. Ungewöhnlich verlief die Nacht zum 30. Oktober. Während in den Abendstunden bei Temperaturen um fünf Grad und bedecktem Himmel noch stark dunstiges, zeitweise sogar nebliges Wetter herrschte, riss die Wolkendecke in der zweiten Nachthälfte zunehmend auf. Bei stark auffrischendem Südostwind stieg die Temperatur sprunghaft bis auf 19,8 (!) Grad an. Allein in der Stunde von 1 bis 2 Uhr war ein Temperaturanstieg von 9,5 auf 19,1 Grad zu verzeichnen. Trockene, subtropische Warmluft – unterstützt durch Föhneffekte – ließ dieses Naturphänomen zu. Es folgte ein sonniger und mit 19 Grad für die Jahreszeit viel zu warmer 30. Oktober. Der Wind legte weiter zu und erreichte in den Mittagsstunden in Böen volle Sturmstärke (Windstärke 9), ehe er sich allmählich abschwächte. Mit strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen verabschiedete sich der Oktober von den Görlitzern.

Insgesamt war der Monat deutlich zu warm, zu trocken und sonnenscheinreich. Das Monatsmittel der Lufttemperatur erreichte 11,8 Grad Celsius und lag damit um 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel. Es war der wärmste Oktober seit 2001. Die höchste Lufttemperatur wurde am 11. Oktober mit 25,4 Grad Celsius registriert. Seit 1947 war es das vierte Mal, dass ein Oktober einen Sommertag brachte. Mit einem Minimum von 1,6 Grad Celsius wurde am 28. Oktober die tiefste Temperatur in zwei Meter Höhe gemessen. In Bodennähe wurden am 22. Oktober minus 0,6 Grad Celsius als Tiefstwert registriert. Die Monatssumme des Niederschlages erreichte 35,7 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 80 Prozent des Normalwertes. Messbarer Niederschlag fiel an zehn Tagen. Die höchste Tagessumme wurde am Morgen des 24. Oktober mit 14,8 Litern pro Quadratmeter gemessen. Die Sonne schien 174 Stunden. Das ist der höchste Oktoberwert seit 2011 und entspricht 137 Prozent des Normalwertes, einem Plus von 47 Stunden.