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Der Wein der Königin

Roter Schimmer und fuchsiafarbene Kappe – ein Schieler ist der neue Rebensaft der sächsischen Hoheiten.

© Sebastian Schultz

Von Antje Steglich

Diesbar-Seußlitz. Die Maschinen summen, die leeren Flaschen klirren aneinander – Sachsens Weinkönigin Maria Lehmann hat es schwer, mit ihrer Stimme gegen die Betriebsamkeit in der Weinkellerei Lehmann in Diesbar-Seußlitz anzukommen. Am frühen Donnerstag werden hier die ersten tausend Liter des diesjährigen Weinhoheiten-Weines abgefüllt. Ab Ende nächster Woche soll der unter anderem auf dem Lehmannschen Hof für einen Preis zwischen 13 und 14 Euro zu bekommen sein. Und Maria Lehmann ist sich sicher: Die Kunden werden ihn lieben.

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Lagern: Sebastian Lehmann sortiert die vollen Flaschen in Gitterkörbe ein. Ab Ende nächster Woche soll es die auch im Weinladen Meißen oder bei Rewe im Löma-Center geben. © Sebastian Schultz
Säubern: Christian Bernhard (l.) und Bernd Haeßlich reinigen die weißen Flaschen für den Weinhoheiten-Wein, bevor sie die Gläser in die Abfüllanlage sortieren. © Sebastian Schultz
Füllen: Joachim Lehmann verschließt die Flaschen mit den neuen fuchsiafarbenen Kapseln. Insgesamt soll es 6000 Flaschen des königlichen Weines geben. © Sebastian Schultz

Der Weinhoheiten-Wein ist wie bereits im vergangenen Jahr ein Schieler, die Trauben der Sorten Müller-Thurgau, Dornfelder und Spätburgunder seien an Reben oberhalb der Seußlitzer Heinrichsburg gewachsen. „Der Schieler gehört auch zu meinen persönlichen Favoriten“, verrät die Weinkönigin, denn er sei ein geselliger Wein, der wunderbar zu einem Abend mit Freunden passe. Darüber hinaus sollen mit dem diesjährigen Wein auch die drei sächsischen Weinhoheiten – neben Maria Lehmann sind das die Weinprinzessinnen Maria Czerch und Katrin Hecht – präsentiert werden, die unter anderem bei der Süße und der Etikettengestaltung ein Mitspracherecht hatten. „Geschmacklich gibt es deshalb schon Unterschiede zum Vorjahr“, sagt der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Lars Klitzsch. „Dieses Mal ist er etwas lieblicher.“

Der Weinbauverband schreibt die Herstellung des Weinhoheiten-Weines seit drei Jahren unter seinen Mitgliedern öffentlich aus, nachdem das viele Jahre zuvor ein Vorrecht der Winzergenossenschaft gewesen sei. Das Interesse sei da, zumal der königliche Wein auch gleichzeitig eine gute Werbung für das jeweilige Weingut sei. Voraussetzung sei aber in jedem Fall eine gute Qualität und die amtliche Prüfungsnummer, sagt Lars Klitzsch. „Wenn es dann noch ein typisch sächsischer Wein wird, wie der Goldriesling oder Schieler, dann ist es umso besser.“

Drei Unternehmen haben sich in diesem Jahr um die Herstellung des Weinhoheiten-Weines beworben – und mit der Weinkeller Lehmann wurde schließlich sogar das Zuhause der amtierenden Weinkönigin ausgesucht.

Maria Lehmann arbeitet eigentlich als Kundenberaterin für eine Versicherung, sei aber quasi die gute Seele des Hauses. Am Wochenende und bei Festen hilft sie ihrem Mann Sebastian und Schwiegervater Joachim auf dem Weinberg oder in der Kellerei. Und war auch mit für den Relaunch der Lehmannschen Weine zuständig. Mit den neuen Etiketten und Weinkapseln will man den Generationenwechsel auch nach außen hin zeigen, sich jung und modern präsentieren. Statt des dunklen Grüns dominiert nun die Farbe Fuchsia auf den Flaschen – auch beim Weinhoheiten-Wein. Um das Etikett wird allerdings noch ein Geheimnis gemacht, das werde erst nächste Woche präsentiert. Jung und spritzig soll es sein, verrät Maria Lehmann, wie der Schieler selbst.