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Der Wolf am Berzdorfer See

Dem Lupus-Institut liegen Aufnahmen aus einer Fotofalle zu Wölfen bei Schönau-Berzdorf vor. Eindeutig ist aber nur eine.

© privat

Von Constanze Junghanß

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Schönau-Berzdorf. Am Westufer des Berzdorfer Sees tauchte er auf. Zwischen Schönau-Berzdorf und Jauernick-Buschbach tappte das Tier mehrfach in die Fotofalle eines Jägers. Vor zwei Jahren passierte das zum ersten Mal. Im Vorjahr gab es weitere Fotos, im Frühling und im Herbst. Groß sei das Tier gewesen, erzählt der Aufsteller der Wildkamera der SZ. Im November 2017 zeichnete dann der Apparat ein kleineres und schmaleres Tier auf, wie der Jäger sagt. Er vermutet, dass es sich bei den fotografierten Tieren um Wölfe handelt. Bei dem einen um einen Rüden, beim Wolf vom Spätherbst vermutlich um eine Fähe oder einen Jährling. Eindeutig seien die Bilder, ein Hund wäre das keinesfalls ist er überzeugt. Der Waidmann bittet um Anonymität in der Zeitung: „Bei meinem Auto wurden schon die Ventile der Reifen abgeschraubt und im Gebiet die Leitern der Jägerstände angesägt“, begründet er die Zurückhaltung.

Die Bilder, die der SZ vorliegen, zeigen offensichtlich einen Wolf, der auf Äpfel am Boden blickt. Die würde der Wolf allerdings nicht fressen, so der Jäger. „Vielmehr kommen an diese Stelle regelmäßig Wildschweine und Rehe“, sagt er. Denen würde Isegrim als Beutegreifer folgen. Einen Wolfsriss allerdings habe der Mann bisher nicht in seinem Revier feststellen können. Nur hätten sich die anderen Waldtiere nach dem Auftauchen des Wolfes eine Weile an eben diesem Ort rar gemacht.

Dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ sind die Fotofallenaufnahmen ebenfalls bekannt, wie Mitarbeiterin Sophia Liehn bestätigt. „Viele Jäger tragen ihre Meldungen ins Portal des Sächsischen Wildmonitorings ein“, sagt sie. Auf diesem Weg würden die Meldungen das Institut erreichen. Beim Jagdverband Niederschlesische Oberlausitz gibt es seit geraumer Zeit ein sogenanntes „Wolfssichtungsprotokoll“. Dort haben – so heißt es auf der Internetseite des Verbandes – „Jäger und wildtierbiologisch-fachkompetente Personen die Möglichkeit, Sichtungen von Wölfen sowie deren Spuren einer objektiven Verwertung zuzuführen.“ Die Fotos, die am Berzdorfer See entstanden, landeten ebenfalls dort.

Das Lupus-Institut habe diese Fotofallenaufnahmen bewertet und führt sie als „unbestätigter Hinweis, wahrscheinlich Wolf“. „Für einen eindeutigen Nachweis sind die Bilder nicht ausreichend“, so Referentin Sophia Liehn vom Wolfsbüro. Das Gebiet, wo die Bilder entstanden, läge außerhalb der Areale bekannter Rudel. „Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob in dem Bereich ein neues Rudel entsteht oder ob es sich hier um abwandernde Jungtiere handelt, die dort nur durchziehen“, heißt es. Es ist aber nicht das erste Mal, dass aus dem Gebiet Hinweise zu Wölfen beim Institut eingegangen sind.

Das Kontaktbüro geht von bisher zehn so- genannten Sichtungen aus, die beim Lupus-Institut für den Bereich Schönau-Berzdorf bis Jauernick Buschbach auf dem Tisch landeten. Die erste stammt aus dem Jahr 2006, weitere folgten 2010. Eingeordnet wurden diese als unbestätigte Hinweise. Dass es sich wahrscheinlich tatsächlich um Isegrim handelt, sei bei vier der Sichtmeldungen der Fall. Doch es gab auch einen ganz eindeutigen Nachweis eines Wolfs anhand eines Bildes, wie Sophia Liehn mitteilt. Der stammt ebenfalls vom Vorjahr und ist vom Juni 2017. Schadensmeldungen oder Nutztierrisse im Terrain vom Westufer liegen den Experten zurzeit jedoch keine vor.