Teilen:

Der Wolf hat in Ehrenberg wieder zugebissen

© Archiv: Dirk Zschiedrich

Bei den Landwirten kehrt keine Ruhe ein. Vor ein paar Monaten wurden Kälber getötet. Jetzt war es wieder ein Schaf.

Von Anja Weber

Ehrenberg. Der Ehrenberger Gunter Kranz hält mit seiner Meinung zum Wolf nicht hinterm Berg. Wölfe müssten zum Abschuss freigegeben werden. Das hat er immer wieder betont. Und er fühlt sich in seiner Haltung bestärkt. Denn in der Nacht zum Freitag hat ein Wolf bei ihm ein Schaf gerissen. Seit Tagen treibt er sich in der Nähe des Hofes herum“, sagt der Bauer. Montagnacht zum Beispiel habe ein Wolf in der Kuhherde direkt hinter seinem Hof gestanden und sich durch nichts vertreiben lassen. Einen weiteren Wolf habe er dann auf dem Feldweg gesehen, ebenfalls in Hausnähe. „Dass uns immer wieder gesagt wird, Wölfe sind nicht gefährlich, ist damit völliger Quatsch“, sagt Gunter Kranz. Und genauso völliger Quatsch wäre das Argument, dass die Wölfe keine Kühe oder Pferde angreifen würden. Gleich mehrere Fälle wurden in den letzten Monaten bekannt. So hat ein Wolf in Cunnersdorf ein gerade erst geborenes Kalb angefressen und dann die Mutterkuh angegriffen. In Polenz wurde eine schwangere Kuh von Wölfen zu Tode gehetzt. Das alles bereitet vor allem den kleineren Landwirten wie Gunter Kranz Sorge. „Wir können uns gar keine großen Herdenschutzmaßnahmen leisten, zum Beispiel für unsere Kuhherden.“, sagt er. Ob es sich bei den Wolfssichtungen in Cunnersdorf, Lohsdorf und Ehrenberg um ein neues Rudel handelt, ob es Wölfe sind, die eventuell aus Tschechien kommen oder ob es Wölfe aus dem Rudel bei Stolpen sind, ist offen. Problematisch ist auch die Situation auf Pferdehöfen. Hier haben Wölfe die Pferde auf Koppeln angegriffen. „Für mich ist das eindeutig. Die Wölfe kennen keine Angst und jeder kann sich ausrechnen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, und es werden Menschen angegriffen“, sagt ein Pferdehalter aus der Region. Seinen Namen will er nicht veröffentlicht wissen, aus Angst vor Repressalien, sagt er. „Immerhin sind wir ja auf Fördermittel genau von denen angewiesen, die die Wölfe schützen wollen“, sagt er. Das Landratsamt und das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ prüfen derzeit den neuerlichen Vorfall.