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Der Zeitplan für den Tag der Sachsen steht

Noch anderthalb Jahre bis zu dem Großereignis. Für den Stand der Planungen zu wenig – sagen die Kritiker.

© Sebastian Schultz

Von Britta Veltzke

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Riesa. Die Uhr tickt. Die ganz konkreten Festvorbereitungen für den Tag der Sachsen in Riesa 2019 sollen beginnen, wenn der diesjährige zu Ende geht. Das geht aus einer Informationsvorlage der Stadtverwaltung hervor, die der SZ vorliegt. Im September wird Riesa den Staffelstab in Torgau übernehmen, wo das Volksfest in diesem Jahr stattfindet. Bis dahin sollen bereits grob das Festgebiet in Riesa, die Organisationsstruktur und die Vereinsunterkünfte feststehen. Nach dem Tag der Sachsen in Torgau, im Oktober, sollen die Strecke für den Festumzug und die Großparkplätze angegangen werden. Im Dezember soll die Internetseite www.tagdersachsen2019.de freigeschaltet sein und im Januar sollen die Fördermittel beantragt werden – nur, um ein paar Beispiel zu nennen.

Mit der Organisation will die Stadt die FVG beauftragen. Das sogenannte Projektbüro, das eng mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten wird, soll FVG-Mitarbeiter Dirk Mühlstädt leiten. Bei der Organisation soll er besonders darauf achten, dass das 900. Stadtjubiläum Riesas beim Tag der Sachsen nicht zu kurz kommt. Wegen des hohen Arbeitsaufwandes sollen insgesamt vier zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden: eine Arbeitskraft für zwei Jahre, eine für ein Jahr und zwei für die unmittelbare Vorbereitungszeit. Zudem soll es einen Festbeirat, bestehend aus OB Marco Müller als Leiter sowie aus Mitgliedern des Kulturausschusses und dem FVG-Aufsichtsrat, geben.

Wann die neuen Stellen besetzt werden sollen, fragt sich nun etwa Linken-Fraktionschefin Uta Knebel. „Wir haben ja nur noch anderthalb Jahre Zeit. Die Stellen müssen doch mal irgendwann ausgeschrieben werden.“ Sie kritisiert die neue Informationsvorlage als nichtssagend. „Das ist nur warme Luft. Wir müssten zu diesem Zeitpunkt schon viel weiter sein mit der Planung“, meint Knebel. Große Fragezeichen sieht auch der Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler/Bürgerbewegung, Stefan Schwager. „Man müsste die Finanzplanung doch langsam mal mit konkreteren Zahlen untersetzen. Das ist doch auch für den Haushalt wichtig.“

Auffallend ist, dass in der aktuellen Informationsvorlage ein Zuschuss in Höhe von 120 000 Euro von der sächsischen Staatskanzlei „zur Förderung aktiver Teilnehmer“ fehlt. In der ersten Aufstellung war dieser Posten noch enthalten. Was damit in der Zwischenzeit passiert ist, wollte die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage jedoch nicht kommentieren. Im vergangenen Jahr war der Stadtratsbeschluss gefallen, den Tag der Sachsen 2019 in Riesa auszurichten. Damals ging die Verwaltung davon aus, 358 000 Euro für das Volksfest zuschießen zu müssen.

Stefan Schwager glaubt nicht, dass es dabei bleibt. „Da müsste schon alles richtig optimal laufen. Eine Frage, die aus meiner Sicht immer noch nicht beantwortet wurde, ist die, wie viel die städtischen Tochtergesellschaften wie WGR oder Stadtwerke an Sponsoring dazugeben. Am Ende wird schon die gewünschte Summe unterm Strich stehen. Dann fehlt uns das Geld aber für Investitionen in den städtischen Gesellschaften.“ Aus seiner Sicht kann auch die Förderung vom Freistaat für Investitionen – immerhin fast eine halbe Million Euro – nicht als Einnahme gegen die Kosten gerechnet werden. „Das ist Augenwischerei. Dieses Geld ist zweckgebunden.“ In der Bevölkerung sieht er die Akzeptanz für das Volksfest schwinden. „Die Leute wollen, dass etwas für sie getan wird. Das wird deutlich, wenn ich mich mit Eltern über die gestiegenen Gebühren für die Kinderbetreuung unterhalte.“

Das Problem sieht CDU-Fraktionschef Helmut Jähnel nicht. „Was finanziell rauskommt, kann noch niemand sagen. Daran wird jetzt gearbeitet.“