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Dresden

Deshalb nehmen Dresdner oft Kredite auf

Die Auswertung eines Internetportals zeigt, dass sich die Menschen in der Stadt vor allem aus drei Gründen verschulden.

Die Dresdner sind deutlich zurückhaltender beim Aufnehmen von Krediten als der Rest der Republik, zeigt eine Analyse. © dpa/Jens Schierenbeck

Niemand verschuldet sich wohl gern. Oft ist ein Kredit aber die einzige Möglichkeit, ein Haus zu bauen, sein kaputtes Auto zu ersetzen oder einen zinsintensiven, alten Kredit abzulösen. Das Kreditvergleichsportal Check24 hat nun untersucht, wie viel Geld sich die Dresdner im Schnitt leihen und wofür sie es am häufigsten brauchen.

Immerhin sei man in der sächsischen Landeshauptstadt etwas zurückhaltender mit Krediten, sagt Check24-Geschäftsführer Christian Neu. Mit 9 905 Euro würden sich die Dresdner fast 3 000 Euro weniger leihen als der durchschnittliche Kunde des Internetportals. Das habe einen Vorteil: Die geliehene Summe werde deutlich schneller abbezahlt. Im Schnitt entscheiden sich die Dresdner für eine Laufzeit von viereinhalb Jahren. Das sind viereinhalb Monate weniger als der Durchschnitt.

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Doch wer leiht sich Geld? Der typische Dresdner Kreditnehmer sei rund 38 Jahre alt und ein Mann. Nur ein Drittel der Anträge komme von Frauen. Noch weniger, nämlich rund 13 Prozent, beantragten Paare zusammen. „Spätestens dann, wenn gemeinsame Anschaffungen finanziert werden, sollten Verbraucher den Kredit auch gemeinsam aufnehmen“, so Neu. „Das bedeutet in den meisten Fällen eine deutliche Zinsersparnis.“ Im Schnitt zahlten die Dresdner 3,86 Prozent Zinsen effektiv pro Jahr auf ihr geliehenes Geld.

Und wozu brauchen die Dresdner es? Neben Krediten zur freien Verwendung würden die Dresdner in 20 Prozent der Fälle einen Ratenkredit aufnehmen, um laufende Kredite umzuschulden oder ihren Dispo auszugleichen. Knapp acht Prozent kauften sich ein Auto oder Motorrad und gut drei Prozent steckten das Geld in die Modernisierung oder Einrichtung ihrer Wohnung, so Christian Neu.

Für die Untersuchung hat Check24 eigenen Angaben zufolge sämtliche Ratenkredite betrachtet, die Dresdner im vergangenen Jahr über das Vergleichsportal aufgenommen haben. Eine Anzahl nannte das Unternehmen nicht. Das Portal vermittelt die Kredite lediglich und ist selbst kein Geldinstitut. Eigenen Angaben zufolge arbeitet es mit 300 Banken in Deutschland zusammen, einschließlich der Sparkassen.

Eine Studie zur Verschuldung der Dresdner hatte kürzlich auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform veröffentlicht. Untersucht wurde allerdings, wie viele Einwohner ihre Schulden, also auch Kredite, letztes Jahr nicht zurückzahlen konnten und damit als überschuldet galten. Das Ergebnis: Gut neun Prozent der Volljährigen konnte das Geld weder jetzt noch in absehbarer Zukunft selbst oder über einen neuen Kredit zurückzahlen. Das waren etwa 42.300 Menschen.

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