Merken

Design oder Nichtsein in Leipzig

Die Messestadt wird am Wochenende zum Hotspot der Kreativen und des Extravaganten.

Teilen
Folgen
© dpa

Von Michael Rothe

Wer morgen anders leben will, muss heute schon daran arbeiten. Diesem Credo haben sich die „Designers‘ Open“ verschrieben. Seit Freitag und noch bis zum Sonntag präsentieren mehr als 200 Akteure aus acht Ländern in der Leipziger Kongresshalle am Zoo innovative Produkte, Ideen und Konzepte: zum Anziehen, Wohnen und zum Lebensgenuss – viele Stücke unmittelbar zum Verkauf.

Zum Programm der 13. Auflage gehören auch eine spektakuläre Fashionshow, eine Fachkonferenz sowie ein Business Speed Dating und Design-Pitches, bei denen Kreative und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zusammentreffen. „Wir sind bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht“, sagt Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Die Nachfrage sei in diesem Jahr noch einmal gestiegen, das Festival zur festen Größe bei den Designern geworden.

In 14 Sälen der Kongresshalle am Zoo zeigen Kreative ihre einzigartigen Produkte wie Kleidung, Taschen, Schuhe, Möbel, Lampen, Einrichtungsgegenstände sowie formschönes technisches Zubehör. Dabei sind kleine Labels und selbstständige Designer, Hochschulen und Erfinder, Künstler und Trendsetter gleichermaßen vertreten.

Erstmals laden die Organisatoren zur virtuellen Designreise ein. Besucher können durch einen Wald spazieren, der nur durch eigene Interaktion lebt. Oder sie bauen eine Stadt und bewundern danach ihre Architekturkünste im rasanten Flug. Kleine Architekten und Designer sind im Kids‘ Corner gefragt, und bei TinkerToys wird der Traum vom selbst kreierten Spielzeug wahr. Via Software entwickeln die Jungdesigner ihren neuen Spielkameraden, um ihn dann am 3-D-Printer auszudrucken.

„Junge Designer haben großartige Ideen und arbeiten mit größtem Elan an der Umsetzung, leider scheitert es oft daran, die Ideen im Markt zu platzieren. Entweder fehlen die Kontakte oder der richtige Ansatz zur Markteinführung“, sagt Projektdirektorin Ulrike Lange. „Mit unserem Speed Dating und den Design-Pitches schlagen wir nun diese Brücke.“

Bewerbungen aus über 25 Ländern sind für den Green Product Award eingegangen. 55 vorausgewählte Produkte, die im Sinne der Nachhaltigkeit die Welt von morgen besser machen, stehen auf der Kandidatenliste – auch ein innovatives Sonnenschutzsystem, ein Stecksystem für Holzelemente und ein neuartiges Kinderwagenkonzept.

Mit der parallel stattfindenden Grassimesse im Grassi-Museum für Angewandte Kunst sowie an sechs weiteren Spots im Stadtgebiet erlebt ganz Leipzig ein Design Festival. 2016 kamen fast 28 000 Besucher.

Die Designers‘ Open öffnen am Sonnabend von 10 bis 19 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Die Tagestickets kosten 8,50 (ermäßigt sechs, ab 15 Uhr 5,50 ) Euro.

www.designersopen.de