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Politik

Deutliche Mehrheit für ein Zentralabi

Ist ein sächsisches Abi weniger wert als ein bayerisches? Haben in Berlin benotete Schüler einen Vorteil beim Uni-Zugang? Ein Zentralabitur könnte die Lösung sein.

© Thomas Warnack/dpa (Symbolbild)

Berlin. Eine deutliche Mehrheit in Deutschland ist für ein Zentralabitur. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur sprachen sich 80 Prozent der Befragten dafür aus, dass Abiturienten im ganzen Land einheitliche Prüfungen vorgelegt bekommen. Nur jeder Zehnte lehnt das ab. Neun Prozent antworteten mit "Weiß nicht/keine Angabe".

Über die Frage eines einheitlichen Abiturs wird momentan wieder verstärkt diskutiert. Politiker verschiedener Parteien hatten sich für ein Zentralabi ausgesprochen. Auf der anderen Seite gibt es heftigen Widerstand, vor allem aus Bayern.

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In der YouGov-Umfrage war unabhängig vom Bundesland die Zustimmung für ein Zentralabi bei allen für die Stichprobe ausgewählten Menschen hoch. Selbst in Bayern sprachen sich von den dort 317 Befragten 74 Prozent für einheitliche Abi-Aufgaben aus. Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Bundesbürger lehnt es zudem ab, dass in Deutschland jedes Bundesland für Bildung selbst zuständig ist. Nur 28 Prozent sind für den sogenannten Bildungsföderalismus. Die Umfrage bestätigt ähnliche Befragungen aus der Vergangenheit.

Dem deutschen Bildungssystem insgesamt stellen die Bundesbürger ein ziemlich schlechtes Zeugnis aus. Nicht einmal jeder dritte Befragte ist der Ansicht, dass es junge Menschen gut auf das Leben und die Arbeitswelt vorbereitet. Und eine klare Mehrheit ist der Meinung, deutsche Abiturienten sind heute weniger fit für das Studium als noch vor 20 Jahren.

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Im Frühjahr war die Abitur-Debatte wieder neu aufgeflammt, weil Schüler in Teilen des Landes sich über zu schwere Mathe-Aufgaben beschwert hatten. Unter Verweis auf eine bessere Vergleichbarkeit hatten sich zuletzt FDP-Chef Christian Lindner, die kommissarische SPD-Chefin Manuela Schwesig und auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) für ein Zentralabi ausgesprochen. Eisenmann bekam zudem Rückendeckung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Margit Stumpp, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag), ein einheitliches Abitur sei eine Frage der Gerechtigkeit. Die Kultusministerkonferenz (KMK) - die gemeinsame Konferenz der Bildungsminister der Länder - sei gefordert, weitere Schritte dahin zu gehen.

Scharfer Widerspruch kommt aus Bayern. CSU-Generalsekretär Markus Blumes Kommentar zum Thema Einheitsabitur: "Wir wollen die beste Bildung für unsere Schüler und keinen deutschen Durchschnitt". Ein Zentralabitur werde es auf keinen Fall mit Bayern und der CSU geben, stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) außerdem klar. Auch der KMK-Präsident, der hessische Bildungsminister Alexander Lorz (CDU), hatte sich gegen ein Zentralabi ausgesprochen.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Würde man das ändern wollen, wäre eine Grundgesetzänderung notwendig mit Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat. Die Abiturprüfungen in den einzelnen Ländern bestehen im Moment aus einer Mischung: Die Schüler bekommen landesspezifische Aufgaben und in den Kernfächern Deutsch und Mathe sowie Englisch und Französisch Aufgaben aus einem gemeinsamen Pool der Länder. (dpa)

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