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Deutsche Bank schreibt Rekordverlust

Deutschlands größtes Geldhaus hat im vorigen Jahr 3,9 Milliarden Verlust gemacht. Das gab die Deutsche Bank am Mittwoch bekannt. Das Minus entstand vor allem im vierten Quartal. In den letzen drei Monaten summierte es sich auf 4,8 Milliarden Euro. Dennoch sagte Bank-Chef Josef Ackermann: „Wir haben absolut keine Notwendigkeit für weiteres Kapital.“

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Frankfurt/Main. Allerdings wurde gleichzeitig bekannt, dass die Bank einen Kapitalgeber gefunden hat: die Deutsche Post. Der Logistikkonzern steigt mit acht Prozent bei dem Geldhaus ein und wird so zum größten Einzelaktionär der größten deutschen Bank. Da die Bundesrepublik wiederum 31 Prozent an der Post besitzt, wird nun auch der Staat indirekt Eigentümer der Deutschen Bank. Hintergrund: Der Branchenprimus kauft die Posttochter Postbank für 4,9 Milliarden Euro.

Zunächst erwirbt er 22,9 Prozent des Geldhauses mit Sitz in Bonn. Diesen Anteil bezahlt die Deutsche Bank mit eigenen Aktien; so wird die Post Deutsche-Bank-Aktionärin. Postchef Frank Appel kündigte an, dass dies nur kurzfristig so bleibe. Er kann die Deutsche-Bank-Aktien vom April an schrittweise wieder verkaufen.

In drei Jahren erhält die Deutsche Bank weitere 27,4 Prozent an der Postbank. Sie muss dann eine Post-Anleihe in Postbank-Aktien umtauschen. Für zusätzliche 12,1 Prozent hat die Deutsche Bank eine Kaufoption. Der Rest der Postbank-Aktien ist in Streubesitz.

Die Verluste der Geldhäuser bescheren dem Fiskus für das Jahr 2008 massive Steuerausfälle. Allein die Deutsche Bank hatte in ihrem Rekordjahr 2007 mit 6,5 Milliarden Euro Gewinn Ertragssteuern in Höhe von 2,24 Milliarden Euro überwiesen. (SZ/uwo/dpa)